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Anders Wirtschaften in Kiel

Am 3. Juli fand wieder ein „Ausschwärmtag“ der Grünen Landtagsfraktion statt, dieses Mal unter dem Motto „Anders Wirtschaften“. Wir alle wollten Unternehmen oder Initiativen zu besuchen, die in ihrem wirtschaftlichen Handeln die Profitorientierung nicht an aller erster Stelle stehen haben. Wie meine LandtagskollegInnen habe ich mir deshalb spannende Projekte in meinem Wahlkreis angeschaut.

Zunächst besuch2015-06-14 11.57.43te ich gemeinsam mit Lydia Rudow, der Vorsitzenden der Grünen Ratsfraktion in Kiel, die Projekte von „yooweedoo“ in dem ehemaligen Gebäude der Muthesius Kunsthochschule am Lorentzendamm in Kiel – von den Akteuren liebevoll „Alte Mu“ genannt. Professor Corves und Felix Wenning von der School of Sustainability der CAU zeigten mir das Gebäude und berichteten von den Projekten. Yooweedoo ist ein Ideenwettberwerb und ermöglicht es Studierenden zu lernen, wie sie die Welt mit eigenen Projekten verändern können. Die TeilnehmerInnen am Ideenwettberweb lernen im begleitenden Changemaker-Kurs sowohl Konzepte von Social Entrepreneurship als auch praktische Fähigkeiten zur professionellen Planung eines eigenen Projekts kennen. Über den Ideenwettbewerb werden Projekte von Kieler Studierenden gefördert, aber auch gute Ideen aus ganz Deutschland.

Während unseres Besuchs fand gerade das yooweedoo Sommercamp statt, alle geförderten Projekte waren nach Kiel angereist und tauschten sich beim Fühstück mit Erdbeeren, Brötchen und Kaffee über ihre Erfahrungen aus. Professor Corves berichtete unterdessen von dem Bedarf nach günstigen Räumen in Kiel und was die Initiativen in der Alten Mu in den letzten zwei Jahren alles auf die Beine gestellt haben. Von der Werkstatt über den Yogaraum, dem Mittagstisch, der Bürker-Werk-Stadt, dem Kunstatelier für Kinder bis zu neu angelegten Gärten und einem tollen Vertikalbeet aus Paletten – hier iGraffiti an der Alten Must in der Mitte von Kiel ein kreatives, alterantives Zentrum entstanden. Doch die Zukunft ist ungewiss, denn hier sollen bald kostengünstige Wohnungen entstehen – die Kiel auch dringend braucht. Wir überlegen, ob man in einer Mischnutzung vielleicht beides vereinen kann und die Grüne Ratsfraktion wird an dem Thema dran bleiben.

Danach radel wir zum Wissenschaftszentrum auf dem Uni-Campus. Die Geschäftsführerin Dr. Inge Schröder stellt uns das Projekt „Opencampus“ vor. Mit 19 festen Partnern aus der Region und nochmal so vielen Unternehmen werden hier Studierende an das Berufsleben herangeführt. Das Projekt besteht aus drei Säulen: Gesellschaft, Unternehmenskontakte und Entrepreneurship. Ich habe mir bei meinem Besuch vor allem den letzten Bereich angeschaut. Im Gebäude hinter dem Wissenschaftszentrum finden junge Start-Ups Platz, können im Coworkings Space arbeiten und sich gegenseitig Tipps geben und erhalten vom Team um Inge Schröder und Alexander Ohrt wichtige Unterstützung. Die Ideen sind durchweg innovativ – und teilweise bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. So entwickelt das Start-Up Edge eine ganz neue Darstellungstechnik für Beamer. Grafikelemente können mittels einer App einfach im Beamer-Bild positioniert und verändert werden. Am Schreibtisch nebenan wird ein Handyspiel für und über Tansania entwickelt, es soll spielerisch Infos über Land und Kultur vermitteln. Flowy Apps wiederum will eine Alternative zur webbasierten Cloud anbieten, die mehr Datensicherheit verspricht. Und bei Lokalportal geht es um eine Online-Plattform zur Vernetzung von Nachbarschaften – das könnte auch von Stadt und Land für moderne BürgerInnenbeteiligung genutzt werden. Wir wünschen den jungen GründerInnen weiterhin viel Erfolg! Im September läuft allerdings die zweijährige Förderung vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft aus, eine Anschlussfinanzierung ist noch nicht gesichert – auch das nehmen Lydia Rudow und ich mit ins Rathaus und ins Landeshaus.

Jun 29, 2015 - Im Land unterwegs    Kein Kommentar

Digitales Lernen im Gymansium Kronshagen

Zum zweiten Mal war ich in Kronshagen am Gymnasium, diesmal gemeinsam mit Britta Ernst, unserer Bildungsministerin. Sie hat sich das Thema Digitales Lernen als eines der Schwerpunktthemen vorgenommen. Gemeinsam bekamen wir einen guten Überblick, welche Wellen das Thema mittlerweile auch in Kronshagen schläg: Von Englisch und Bio in der 5. Klasse bis zum Geographie Unterricht in der Oberstufe haben wir viele Anwendungen gesehen. Hier sind wir gerade mit Schülerinnen und Schülern im Wahlpflichtkurs „Roberta“ im Gespräch – da wird im Zweifel auch mal eine Lego-Homepage aufgerufen, um bei der Programmierung der Roboter weiter zu kommen. Die SchülerInnenvertretung hat übrigens an dem Tag die gemeinsam erarbeiteten Handyregeln verteilt, mit klaren Regeln für handyfreie Zeiten und Zonen.
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Digitales Lernen mit "Roberta"

Jun 5, 2015 - Im Land unterwegs    Kein Kommentar

Garding und Tetenbüll – ein erfolgreiches Grundschultandem

Eine konzentriertes Arbeitsklima, ein traumhaftes Angebot an Lernraum und engagierte Pädagoginnen – so zeigten sich die beiden Grundschulstandorte in Garding und Tetenbüll am Freitag der Bildungsausschussvorsitzenden Anke Erdmann (Bündnis 90/Die Grünen). Der Landtagsabgeordneten und der Schulleiterin, Mariannes Köhm, ging es in erster Linie um einen Austausch zu den Themen Inklusion und der Sicherung der Schulstandorte im ländlichen Raum.

In Garding werden viele Kinder mit besonderem Förderbedarf unterrichtet. „Wir wissen, dass die Schulen dafür mehr Personal brauchen. In einem ersten Schritt finanziert das Land im kommenden Schuljahr an Grundschulen Schulassistenzen. Durch die große Vielfalt brauchen Lehrerteams mehr Unterstützung. Wir wissen, dass inklusive Schule nicht zum Nulltarif zu haben ist, darum kommen die Schulassistenzen zusätzlich zu den Schulbegleitungen, die sich zur Zeit um einzelne Kinder kümmern.“ Dass der Kreis Nordfriesland zur Zeit die dringend benötigten Schulbegleitungen für einzelne Kinder in Frage stellt, ist Erdmann unbegreiflich. „Das Land steigt stärker in die Finanzierung von inklusiver Schule ein, das war auch überfällig. Es soll mehr in den Schulen ankommen. Die inklusive Schule eignet sich nicht als Spardose für die Kreise.“ Garding sorgt mit dem engagierten Team aus Lehrerinnen, Schulsozialarbeit und Schulbegleitung schon heute für ein inklusives Lernumfeld. >>

v.l.n.r.: Elisabeth Groch-Ipsen, Schulleiterin Marianne Köhm, Anke Erdmann, Hila Küpper

v.l.n.r.: Elisabeth Groch-Ipsen, Schulleiterin Marianne Köhm, Anke Erdmann, Hila Küpper

>> An beiden Schulstandorten spielt die Unterrichtsqualität eine große Rolle. „Gerade die fachliche und pädagogische Weiterentwicklung steht an unseren beiden Standorten im Mittelpunkt. Klein und fein, das ist das Motto, inhaltlich sind wir weit vorne.“ Das bestätigt auch die Abgeordnete, die viel in Schulen in ganz Schleswig-Holstein unterwegs ist: „Fachlich wird hier viel geboten, die Selbstständigkeit der Kinder im Arbeitsprozess ist sehr hoch und so ein Lernklima wie in diesem erfolgreichen Grundschultandem Garding-Tetenbüll wünsche ich mir in allen Schulen.“

>> Besonderes Augenmerk bekam auch der Aspekt der Schulen im ländlichen Raum. Für Hila Küpper vom Förderverein der Grundschule in Tetenbüll ist klar: „Die Schule ist der Lebensnerv des Dorfes, künftig wollen wir auch den Ganztag verstärken, für viele Eltern ist das besonders wichtig.“ Hilfreich ist dabei sicher das großzügige Raumangebot an beiden Standorten. Das Lerngruppen im Unterricht selbstverständlich auf zwei Räume zurückgreifen können, ist weit entfernt vom landesweiten Standard. Anke Erdmann ist sich sicher: „Dieser Standort hat eine gute Perspektive.“ Im Landtag hat sie sich besonders dafür eingesetzt, dass auch kleine Grundschulstandorte erhalten werden. Die Landesregierung genehmigt bei gutem pädagogischen Konzept inzwischen auch Standorte mit weniger als dreißig Kindern. „Da ist Tetenbüll ja locker drüber! Gerade so engagierte Teams und eine so gute Schulgemeinschaft machen Tetenbüll zu einem Schulstandort mit Perspektive.“ Gemeinsam mit der Elternvertreterin Maleen Bundschuh-Simon, Elisabeth Groch-Ipsen von der „Spielstube“, der Schuleiterin Frau Köhm und den Kolleginnen am Standort Tetenbüll ging es auch um Zukunftskonzepte für Grundschulen im ländlichen Raum. Das Landwirtschaftsministerium hat dafür Mittel reserviert, nun fehlen nur noch die kleinen Grundschulstandorte, die sich mit eigenen Konzepten bewerben. „Ich würde mich freuen, wenn Tetenbüll dabei wäre“, verabschiedet sich Erdmann am frühen Nachmittag.

Inklusive Bildung an der Hochschule

„Quell unendlicher Freude“

Laura Schwörer und Horst-Alexander Finke sind Dozierende an den Kieler Universität. Donnerstags bieten die beiden ein Seminar für Lehramtsstudierende an – so weit so „normal“, hätten beide nicht ein Handicap. Werkstattarbeit und Eingliederungshilfe spielten eine Rolle, nun aber sind beide an der Uni. Mit ihrer ausgesprochen höflichen und eloquenten Art leiten sie die Studierenden und mich als Gast durch den Vormittag. Wären beide nicht in dem Projekt, würde ich nie im Leben auf die Idee kommen, dass sie nicht zum normalen Lehrkörper gehören. Wüsste ich nicht, dass sich beide auf neuem Terrain befänden, würde ich meinen, hier stehen zwei routinierte, sehr zugewandte Menschen schon seit Jahren im Seminarraum.

Laura Schwörer und Horst-Alexander FinkeIm Seminar geht es um die Alltagsrealitäten von Menschen mit Handicap. Heute ist das Thema Wohnen dran. Nach einer Phase, in der die Teilnehmenden über ihre eigene Wohnsituation reflektieren, geht es danach anhand biographischer Angaben der Dozierenden um die Hürden, die Menschen mir Handicap auch im Alltag meistern müssen. Freie Wohnungswahl: Fehlanzeige.

Am Ende des Vormittags hab ich mal wieder viel gelernt. Und einen Eindruck, welche Talente wir verlieren, wenn wir nicht genau hinschauen. Das Ausmaß an Freundlichkeit, das Wissen von Herrn Finke, die Kreativität einer Synästhetikerin, die kürzlich einen Kunstpreis gewann – das alles wird von unserer Gesellschaft oft nicht abgerufen.

Die Studierenden lernen hier ebenfalls eine Menge, wie sie mir bestätigen. Aber es könnten durchaus noch mehr Teilnehmende sein. Derzeit gibt es keine ECTS-Punkte an der Kieler-Uni für das Seminar, das ist z.B. an der Kieler FH schon anders. Ein Dankeschön an die Stiftung Drachensee für dieses Projekt!
Und ich gehe mit dem Satz von Frau Schwörer im Ohr: „Dieses Seminar ist für mich ein Quell unendlicher Freude.“ Mehr erfahren: Hier geht es zur Homepage.

Jun 1, 2015 - Im Land unterwegs    Kein Kommentar

Der Schulcampus in Trappenkamp

Von Klasse 1 bis zum Abitur – das alles findet sich auf dem Schulcampus in Trappenkamp. Hier liegen die Dr.-Gerlich-Schule, eine Grundschule mit Förderzentrum Lernen, sowie die Richard-Hallmann-Schule, eine Gemeinschaftsschule mit Oberstufe.

Zunächst war ich zu Gast bei Herrn Teegen in der Grundschule. Gemeinsam mit der Schulrätin Frau Schuldt, dem Bürgermeister Herrn Krille und dem Vorsitzenden der Kreisgrünen Peter Stoltenberg stand das Thema Inklusion im Vordergrund. Dabei ging es sowohl um die Kinder mit Handicap, aber eben auch um die Flüchtlingskinder. Ein inniger Wunsch der Schule: Mehr Beständigkeit! Vor allem durch das Engagement ehemaliger Lehrkräfte der Schule läuft die Integration von Kindern aus Syrien und dem Kosovo besonders gut.

Im Anschluss standen gemeinsam mit Frau Holfter Hospitationen in der weiterführenden Schule auf dem Programm. Gemeinsam mit dem Schulleitungsteam ging es besonders um den Umgang mit Vielfalt und Möglichkeiten einer stärker praktischen Ausrichtung der Schule – hier wünscht sich die Schule mehr Freiraum.

„Social Session“: Flüchtlingspolitik

Die Social Sessions von opencampus bieten Studierenden der Christian-Albrechts-Universität in Kiel die Möglichkeit, einen Blick auf Berufsfelder zu werfen, bei denen die Gesellschaft im Mittelpunkt steht. Schwerpunktthema im Sommersemester 2015 sind Flüchtlinge. Es werden Einrichtungen und Akteure besucht, die sich für Flüchtlinge, ihre Interessen und ihre Integration einsetzen. Die Studis waren bereits in der Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster, bei der ZBBS und auf dem MFG5-Gelände. Auch ein Treffen mit einem politischen Akteur war im Rahmen der Lehrveranstaltung geplant und gemeinsam mit Lydia Rudow, der Fraktionsvorsitzenden der Kieler Ratsfraktion, habe ich mich gerne den Fragen der Studierenden gestellt und von der Arbeit im Landtag berichtet. Wie kann es gelingen, Flüchtlinge möglichst „passend“ nach ihren Qualifikaitonen und Bedürfnissen auf die Kreise und Städte in Schleswig-Holstein zu verteilen? Werden die Kommunen finanzielle ausreichend unterstützt? Wie kann das Ehrenamt besser wertgeschätzt werden und wie wird es in den Kommunen organisiert? Und welchen Handlungsspielraum haben Stadt und Land eigentlich, wo doch viele Gesetze auf Bundes- oder EU-Ebene gemacht werden? Viele kluge Fragen und Anregungen, die die Studierenden mitgebracht haben. Noch nicht auf alle Fragen hat die Politik eine Antwort, aber im Land und auch in der Stadt Kiel wird mit einer positiven Haltung an ihrer Lösung gearbeitet. Für die Grüne Landtagsfraktion ist das Thema Flüchtlinge zur Zeit ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit.
"Social Session" im Landtag

Von Inklusion und Parallelogrammen

Auf der Plietsch-Veranstaltung zum Thema Gymnasien und Inklusion hatten wir zwei Schulen vorgestellt. Am 26. Mai besuchten meine Kollegin Ines Strehlau und ich gemeinsam mit den VertreterInnen des Landeselternbeirates Gymnasien, Dr. Thomas Hillemann und Stefan Seidel, das Gymnasium in Uetersen. Es gibt immer wieder Schulbesuche, die einen sehr tief berühren, die Stunden in Uetersen gehörten dazu. In einer fünften Klasse werden seit Sommer auch drei Kinder mit geistigem Unterstützungsbedarf unterrichtet. Die Lernfortschritte übertreffen alle Erwartungen, das machte auch die Leiterin des Förderzentrums, Frau Michaelsen deutlich. Wie viele von uns würden das Wort Parallelogramm richtig schreiben? Die drei Jugendlichen konnten nicht nur Trapeze, Quadrate und Parallelogramme zuordnen, sie konnten sie auch ganz selbstverständlich an die Tafel schreiben.

Was wir in Uetersen gesehen haben, hat gezeigt: Es geht. Das liegt einerseits an den zusätzlichen Stunden, vor allem aber an dem engagierten Team aus Lehrkräften, den unterstützenden Eltern der ganzen Klasse und an den tollen Jungen und Mädchen, die dort zusammen arbeiten und lernen.

Beeindruckend war auch das Gespräch mit den Schülervertretungen: Die Zahl der Jugendlichen mit psychischen Problemen steigt, hier müssen neue Wege gefunden werden, appellierten die drei an uns Abgeordnete.

Mit den Gästen der Plietsch-Veranstaltung vor dem Landtags-Paternoster

Mit den Gästen der Plietsch-Veranstaltung vor dem Landtags-Paternoster

Mai 4, 2015 - Im Land unterwegs    Kein Kommentar

Inklusion in Kita und Schule in Wedel

Fünf inklusive Modell-Kitas gibt es in ganz Schleswig-Holstein, drei davon in Wedel: Zum Beispiel die AWO-Kita „Traute-Gothe“. Hier sind Kinder mit besonderem Förderbedarf schon länger gut aufgehoben. Aber Frau Junge, die Kita-Leiterin, wollte mehr. Nicht nur der Förderstatus sei wichtig – viel zu bürokratisch – sie würden gern schneller und stärker Förderung anbieten – aus einer Hand und gut dosiert. Mit einem hohen Anteil an Heilpädagoginnen ist die Kita gut aufgestellt und an der  Weiterqualifizierung des Teams arbeiten alle mit. Herr Palm als Herr der Zahlen berichtete Petra Kärgel, Ratsfrau der Wedeler Grünen, Felix Schnoor aus dem Ortsvorstand und der Landtagsabgeordneten Anke Erdmann darüber.
Am Nachmittag ging es dann in noch größerer Runde in die Gebrüder-Humboldt-Schule. Gemeinsam mit dem Schulleiter, Herrn Herwig und anderen Menschen aus dem Schulleitungsteam, mit Eltern- und Schülervertretung ging es auch um die Fragen der Inklusion: Zu wenig Personal, zu wenig Förderung der Kinder mit Handicap – das waren die größten Punkte. Gleichzeitig läuft das gemeinsame Lernen an dieser Schule schon seit längerem. Aber so, wie auf Landesebene nach einem neuen Konzept gesucht wird, ist dies auch in Wedel an der Schule selbst der Fall.

Es ist noch ein ziemlicher Weg zu gehen, um Inklusion zum Gelingen zu bringen.

Ratsfrau Petra Kärgel (links) mit Anke Erdmann

Ratsfrau Petra Kärgel (links) mit Anke Erdmann

Mai 4, 2015 - Im Land unterwegs    Kein Kommentar

Runder Tisch Kita in Wedel

Runder Tisch Kita in der Biliothek der Gebrüder-Humboldt-Schule

Runder Tisch Kita in der Bibliothek der Gebrüder-Humboldt-Schule

Rund dreißig Eltern, Kita-Leitungen, Vertretungen von Trägern und Tagespflege sowie grüne Kommunalpolitikerinnen waren auf Einladung der Grünen Landtagsabgeordneten Anke Erdmann und der Grünen aus Wedel zum Runden Tisch Kita gekommen. Dabei ging es vor allem um die Frage der Elternbeiträge: 500 Euro für einen Ganztagsplatz in der Krippe plus Essen im Monat – das ist für viele Familien, noch dazu mit mehreren Kindern, kaum zu stemmen. Neben den ständig steigenden Elternbeiträgen in Wedel kritisierte Petra Kärgel, Grüne Ratsfrau in Wedel, auch den Leistungsabbau in den Kitas: Erst 160.000€ weniger für die Essensversorgung, nun die Gebührenerhebung für die neunte Stunde, dazu kommen Streichungen bei der sozialpädagogischen Begleitung in der Kita.

Und sie brachte Zahlen auf den Tisch: Für Wedel müsse man von bis zu 39 Prozent Elternbeteiligung reden. Die Stadt hatte bis dahin immer nur von rund 21 Prozent Belastung gesprochen.

Eltern berichteten, dass Familien schon überlegten, nach Hamburg zu ziehen. Für viele junge Familien seien die hohen Gebühren im Kreis Pinneberg abschreckend.

Aus dem Landtag waren Anke Erdmann, Kitapolitische Sprecherin und Vorsitzende des Bildungsausschusses, sowie Ines Strehlau als regionale Abgeordnete zum Kita-Tisch in die Bibliothek der Gebrüder-Humboldt-Schule gekommen. Rund 18 Millionen Euro erhält der Kreis Pinneberg von Land und Bund für die Betreuung von Kitas, Tendenz steigend. Gleichzeitig sehen sich Eltern und Kitas einem enormen Kostendruck ausgesetzt. Beide Grüne Landtagsabgeordnete berichteten, dass im Laufe dieser Legislaturperiode die Zuschüsse der Landesregierung Schritt für Schritt um knapp 80 Millionen Euro erhöht werden – allein für den Betrieb von Kitas fließen Landesweit dann deutlich mehr als 200 Millionen Euro von Bund und Land an die Kreise und kreisfreien Städte. 
Aber kommt das Geld überhaupt an? Was muss besser gemacht werden, damit in erster Linie die Kinder davon profitieren? Auch um diese Fragen ging es am Runden Tisch.

Elternvertreter berichteten, wie mühsam es sei, überhaupt an die entsprechenden Zahlen zu kommen. Auch Landes- und Kommunalpolitik leiden unter fehlender Transparenz – die Landtagsgrünen denken darum über eine Gesetzesänderung nach. Kita-Vertretungen kritisierten, dass oft keine finanzielle Planungssicherheit vorhanden sei und es zu viele bürokratische Auflagen gebe.

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„Wer hat denn hier den Hut auf: Das Land oder die Kreise?“, war eine Frage der Teilnehmenden. „Für die Kinderbetreuung ist die Kommunalpolitik in erster Linie zuständig – und wir bekommen auch nicht aus allen Landesteilen solche Elternbeschwerden zu hören.“, die Antwort. Mehr Einheitlichkeit und Übersicht wünschten sich alle, aber klar ist auch: Wenn man einheitliche Regelungen im ganzen Land schafft, könnte die Folge sein, dass viele Eltern in anderen Kreisen oder kreisfreien Städten auch schlechter dastehen. Außerdem gilt: Was das Land verordnet, muss es auch 1:1 zahlen. Darum fällt es schwer, Standards anzuheben, die dann oft zwei bis dreistellige Millionen Beträge nach sich ziehen.

Konsequenz ist aber: Kommunalpolitik hat wirklich was zu entscheiden: Wie ist meine Kita ausgestattet, wie viel zahlen die Eltern. Das sind Fragen, die vor Ort entschieden werden.

Sowohl die Wedeler Ratsfraktion wie auch die Landtagsfraktion hat aber viele Punkte zu Elternbeiträgen und Bürokratie mitgenommen und versucht dran zu bleiben.

Die Kinder von Gaarden

Viele kennen den Kiel-Tatort. Am 29.03 lief die Folge: „Borowski und die Kinder von Gaarden“. Da wurde kein Klischee ausgelassen, Sucht, Arbeitslosigkeit, Gewalt, Missbrauch und eine erdrückende Hoffnungslosigkeit…

Am nächsten Morgen war ich zu Besuch im Gymnasium in Gaarden, dem einzigen gebundenen Ganztags-Gymnasium auf dem Kieler Ostufer mit einem guten Ruf und freundlichen und wachen Schülerinnen und Schülern. Zum ersten mal in fünf Jahren Schulbesuche habe ich bei „den Kindern von Gaarden“ in einer Lateinstunde hospitiert. Das hätte jetzt nicht so in die Tatort-Story gepasst. Aber solche LehrerInnen wünscht man wirklich allen.
Im Ganztagsbereich besteht zudem eine Kooperation mit dem Förderzentrum Geistige Entwicklung, das nicht weit entfernt in Kiel-Ellerbek liegt. Schon wieder ein weiterer Punkt, wie die Kooperation von „Regelschulen“ und Förderzentrum in der Praxis gelingen kann. Mit Gelassenheit und viel Zugewandtheit arbeitet das Team um Schulleiter PapeMiddendorf daran, dass das HGG ein ruhiger, verlässlicher und dennoch sehr lebendigen Ort im Stadtteil ist, ein Sprungbrett ins Erwachsenenleben.

Lateinstunde

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