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Jun 6, 2014 - Im Land unterwegs    Kein Kommentar

Zu Besuch in der Ida-Ehre-Schule in Bad Oldesloe

Schon lange wollte ich die Ida-Ehre Schule besuchen. Mit dem Gründungsschulleiter, Klaus Mangold, verbindet mich ein reger Gedankenaustausch und so war es eine Freude, endlich mal seine „ehemalige“ Schule anzuschauen. Gemeinsam mit Hartmut Jokisch von den Grünen aus Bad Oldesloe – ebenfalls ein ehemaliger Schulleiter – konnten wir mehr als drei Stunden Vorhabenwoche live erleben, aber auch mit dem aktuellen Schulchef, Herrn Bielke, intensiv über Themen wie Inklusion und Ganztagsbetrieb diskutieren.

Gegründet als Gesamtschule mit Oberstufe, die zudem als gebundene Ganztagsschule arbeitet, hat die Ida-Ehre-Schule eine lebendige Routine und ein überzeugendes Konzept. So sind die Vorhabenwochen, anders als klassische Projektwochen, zur Erarbeitung des regulären Schulstoffs angelegt. So gilt für die achten Klassen Jahr für Jahr in einer der vier Vorhabenwochen „Wir springen im Dreieck“. In dieser Woche dreht sich alles ums Dreieck – und für diejenigen, denen der reine Zugang über Mathe schwer fällt, gibt es einen ästhetischen Zugang. „Gar nicht schlimm, eigentlich sogar richtig toll,“ war das Fazit einer Mädchengruppe, die skeptisch auf diese Themenwoche geblickt hatten. In der fünften Klasse war – auch das Routine – das Thema Bauernhof im Zentrum. Wir durften den Plakatpräsentationen folgen – eine Element, dass von der fünften Klasse an konsequent eingeübt wird. Beeindruckend auch die englischen Theater- und Filmpräsentationen zum Thema „Zukunft der Stadt“ einer elften Klasse!

Inzwischen liegen so viele Erfahrungen mit den einzelnen Themenblöcken vor, dass die Lehrkräfte von ganz geringem Vorbereitungsaufwand für diese Wochen sprechen.

 

Zum Abgucken sind vor allem zwei Aspekte: Zum einen das IDA-Band „Individuelles Arbeiten“. In diesem „Band“ werden viele Förderstunden gebündelt, sodass alle SchülerInnen an ihren Themen arbeiten – bei unterschiedlichen Lehrkräften oder alleine. Damit bekommt jedes Kind täglich was es an Unterstützung braucht.  Innovativ ist auch der Stundenrhythmus von 80 Minuten. Es wird in Doppelstunden zu je 40 Minuten unterrichtet, mit den „überschüssigen“ Zeiten im Vergleich zum 45/90 Minuten-Takt, lassen sich verschiedene Förderkonzepte ausstatten. Beide Ideen sind auch an anderen Schulen zu finden. Hier tickt aber das ganze Schulsystem in gelassener und konzentrierter Atmosphäre.

Sehenswert!!!

Berufliche Schule im Umbau – RBZ1 Kiel

Noch stehen die Bagger auf dem Gelände. Es wird noch dauern, bis auch das letzte der drei Regionalen Bildungszentren für berufliche Ausbildung renoviert und  baulich modernisiert ist. Einen ersten Einblick bekamen Andrea Hake aus der Kieler Ratsversammlung und ich bei unserem Termin von der Schulleiterin Frau Grossmann. Neue moderne Küchen, ein Bar-Lehrraum, ein Hotelzimmer zum Betten machen, ein Bügelzimmer und ein „Rezeptions-Übungsraum“. Die Räumlichkeiten im Neubau sind in enger Abstimmung mit dem Berufsschulkollegium konzipiert. So gibt es nicht nur schöne Klassenräume und ein paar Fachräume. Für mich verbarg sich hinter fast jeder Tür eine Überraschung.

Dieses neue Gewand der Schule hat einen deutlich positiven Eindruck auf das Schulklima – das zeichnet sich schon jetzt ab, obwohl vielerorts noch Baulärm herrscht und weite Gebäudeteile noch auf eine Erneuerung warten.

Wenn ich die Beruflichen Schulen mit ihren Neubauten sehe, freue ich mich ganz besonders – als das Bauvolumen von der Ratsversammlung festgeschrieben wurde, war ich Ratsfrau. Zusammen mit Bau- und anderen SchulpolitikerInnen hatten wir hart darum gekämpft, den deutlich kleineren Kostenrahmen der Verwaltung auszuweiten. Die Beruflichen Schulen haben sich organisatorisch neu aufgestellt, sind baulich eine Visitenkarte Kiels und in Sachen Unterricht ebenfalls vorne weg – eines der drei Regionalen Bildungszentren ist gerade Vize-Sieger beim Deutschen Schulpreis 2014 geworden.

Mai 21, 2014 - Im Land unterwegs    Kein Kommentar

Gustav-Hansen-Schule – Förderzentrum Lernen Neumünster

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich in einem Förderzentrum Lernen war, dass noch eigene Lerngruppen hat. In Neumünster gibt es zwei Förderzentren Lernen, eines mit, das andere ohne Schülerinnen und Schüler. Der Schulleiter, Jens Möller-Lange, nahm sich Zeit über die Spezialisierung der beiden Förderzentren zu sprechen. Am Standort der Gustav-Hansen-Schule gibt es kleine Lerngruppen, die von einer Förderlehrkraft unterrichtet werden, es herrscht eine familiäre Atmosphäre.

Ein Großteil der Kolleginnen und Kollegen arbeitet an den sogenannten Regelschulen der Stadt. Da versucht wird, Förderlehrkräfte mit möglichst vielen Stunden in den Grund- und Gemeinschaftsschulen zu beschäftigen, unterrichten inzwischen mehrere Lehrkräfte des Förderzentrums Lernen auch Kinder mit geistigem Förderbedarf – Tendenz steigend.

Vielleicht ist es auch eine Idee, mittelfristig beide Förderzentren – sowohl für Förderbedarf geistige Entwicklung wie auch für Lernen – stärker zu verbinden.

Ricarda-Huch-Schule in Kiel

Mitten an einer der Hauptschlagadern der Kieler Bildungslandschaft, der Hansastr./Westring, liegt die Ricarda-Huch-Schule. Das Gymnasium liegt auf einem Gelände mit der Goethe Grund- und Gemeinschaftsschule, grenzt an den Uni-Campus und ist nur einen Steinwurf entfernt vom Regionalen Bildungszentrum Wirtschaft. Die Kooperation mit der CAU hat neuerdings sehr konkrete Formen angenommen und so besuchen OberstufenschülerInnen Universitätsveranstaltungen und DozentInnen der Uni halten Vorträge in der Schule: Ein produktiver Austausch hat Gestalt angenommen.

Im Gespräch mit der Schulleiterin Frau Held und dem Schulleitungsteam haben wir viel länger über aktuelle Fragen des Schulgesetzes diskutiert, als wir uns zunächst vorgenommen hatten. So fand der Rundgang durch die Schule eher in eine zackigen Tempo statt. Die Schule ist als Schwerpunktschule Jugend forscht, mit bilingualem Unterricht und einer Bläserklasse nicht nur breit aufgestellt – auch das Schulgebäude ist weitläufig. Gemeinsam mit Arne Langniß und Lydia Rudwo aus der Kieler Ratsversammlung konnten wir renovierte Fachräume und den neuen Mensabau begutachten – beides war noch auf den Weg gebracht worden, als ich selber Ratsfrau in Kiel war. Immer wieder ein gutes Gefühl, wenn aus ehemaligen Vorgaben auf einmal fertige und tolle Gebäude geworden sind. Fertig ist man an dem Standort baulich aber noch nicht – als nächstes folgt die langersehnte Turnhalle.

Apr 2, 2014 - Im Land unterwegs    Kein Kommentar

Förderzentrum Lernen und Regionalschule am Schiffsthal in Plön

Nicht, weil die Schule einen so wunderbaren Ausblick über die Seen bietet, wird mir der Besuch in Plön noch lange in Erinnerung bleiben. Es gibt Unterrichtshospitationen, die prägen sich besonders ein – und wenn alles gut läuft, macht es „Klick“. Beeindruckend war schon das Orientierungsstufenkonzept von Regionalschule und Förderzentrum: Man hatte einfach ein Stundenband für alle fünften und sechsten Klassen gemeinsam gelegt und eine Art Intensivierungsstunden eingeführt, in denen die SchülerInnen individuell Lernstoff vertiefen können. Die Türen stehen offen, man geht zu den Lehrkräften, deren Unterstützung man braucht. In dieser Zeit ist auch die Förderlehrkraft mit im Boot und arbeitet in einem eigenen Raum mit den SchülerInnen. Überzeugend. Das war das erste, was ich mitgenommen habe aus Plön.

Zum zweiten kündigte sich dort einer dieser „Schülerorkane“ an, von denen ich immer wieder höre. Nun war zu beobachten, wie sich ein neuer „Orkan“ aufbaute: in einer Kleingruppe, mit einer unglaublich tollen Förderlehrerin. Schüler, die anderen Mitschüler im Raum und die Lehrerin interagieren zu sehen, das war wirklich eindrucksvoll. Die Lehrkraft, in hohem Maße professionell, flexibel und bei allen Provokationen noch wertschätzend, schien genau einem Lehrbuch entstiegen zu sein. Das war große Kunst. Und dennoch zu sehen, wie ein Sechstklässler den ganzen Laden sprengen kann. Ich wusste darum, es entstehen zu sehen, das war noch mal anders. Diese Stunde mit der Sprengkraft des Schülers und der beeindruckenden Professionalität der Lehrerin hat sich mir eingeprägt!

Im Anschluss nahmen sich Herr Ipsen, Schulleiter vom Förderzentrum, und Frau Gruhn, Schulleiterin der Regionalschule,  mit Ihrem Team Zeit für ein Gespräch. Als drittes nehme ich mit, dass die Kinder mit Förderbedarf Lernen oft gut zu integrieren sind. Für Kinder, die sozialen und emotionalen Förderbedarf haben, müssen wir uns etwas einfallen lassen. Es gibt Zeiten, in denen tut diesen SchülerInnen die klassische Schule nicht gut – und da haben sie das Potenzial, Schule lahm zu legen: Das tut dann weder den MitschülerInnen noch den Lehrkräften gut. Ein Ansatzpunkt für weitere Überlegungen.

Apr 1, 2014 - Im Land unterwegs    Kein Kommentar

Jugend debattiert

Eine Zierde für diesen Landtag: Am Di. 1.4. debattierten in der Endrunde acht junge Männer und Frauen im Plenarsaal. Landessieger wurden in der Sek. 1 Anna Jeworrek von der Max-Planck-Schule, gefolgt von Michel Riecken aus  der Friedrich-Junge Schule – beide aus Kiel. Sie hatten sich mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob man seinen Vornamen künftig leichter ändern können sollte. In der Runde der Oberstufenschüler gewann ebenfalls ein Max-Planck-Schüler, Arwed Buchholtz. Den zweiten Platz gewann Peer Dietel aus Mölln, der gemeinsam mit Arwed für die Absenkung der 5-Prozent bei Landtagswahlen auf 3-Prozent zu argumentieren hatte. Eine starke Sachkenntnis und Argumentendichte, Witz und Schlagfertigkeit – dies alles bringt diese vier weiter nach Berlin. Als Jurymitglied waren das wirklich tolle Stunden! Verpasst? Nächstes Jahr gibt es die nächste Runde.

Mrz 29, 2014 - Im Land unterwegs    Kein Kommentar

Sommer 1914 – ein Theaterabend an der Domschule Schleswig

Im letzten Sommer hatte ich die Domschule in Schleswig besucht und war mit Herrn Einsle, dem Leiter der Theater-Crew, vor den Gefallenengedenktafeln der traditionsreichen Schule stehen geblieben. „Welchen Einfluss haben solche Gedenktafeln in der Pausenhalle?“ wollte ich wissen. Ich erfuhr, dass 2014 auch der erste Weltkrieg – und eben gerade auch der Bezug zur eigenen Schülerschaft an der Domschule damals – in der Schule thematisiert werden sollte. Selten schaffe ich ein zweites Mal in eine Schule, aber am 29.03. machte ich mich auf und sah einen tollen Theaterabend, der präzise und mit beeindruckender Präsenz Einblicke in die Geschichte ganz besonderer Art gab.  Hier kann man mehr sehen. Lehrer wie Herr Einsle haben mich übrigens einst gerettet!

Szenen der Theateraufführung:

 

Mrz 27, 2014 - Im Land unterwegs    Kein Kommentar

Peter-Härtling-Schule in Schleswig (Förderzentrum G)

Gemeinsam mit Prof. Ulrich Hase, dem Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderung, stehe ich in engem Kontakt, wenn es um Fragen auf dem Weg zur „inklusiven Schule“ geht. Gemeinsam mit der örtlichen Abgeordneten, Jette Waldinger-Thiering, vom SSW besuchten wir auf Anregung der Elternvertreterin Frau Buschkat die Peter-Härtling Schule. Frau Koch hatte sich, gemeinsam mit Schulleitungsteam und den ElternvertreterInnen, einen Vormittag Zeit genommen und wir konnten uns den Unterricht und die Schule anschauen.  Schon das Gebäude strahlt Freundlichkeit und Wärme aus. Auch im Klassenraum herrschte Konzentration und viel Achtsamkeit. Als die Pause begann, gab es viel freundliches Miteinander zu sehen. Aufmunterndes Tätscheln hier, gemeinsames Lachen dort. Die Zugewandtheit der Lehrkräfte zu iSchülerinnen und Schülern zog sich durch den ganzen Vormittag. Danach gab es Zeit, verschiedene Punkte zu diskutieren. In diesem Gespräch ging es u.a. um die Stellensituation und die Lehrerausstattung der Schule und die Äußerungen der Ministerin über Förderzentren. Insbesondere die Stellensituation zwingt Kinder oft dazu,  zu Hause zu bleiben, wenn die Lehrkräfte zu Hause bleiben. Diese und andere Fragen wurden vertieft am Dienstag 1.4. in Kiel besprochen. Auf Einladung von SPD, SSW und uns Grünen waren Elternvertretungen aller Förderzentren G aus Schleswig-Holstein zu einem ersten Gedankenaustausch eingeladen.

Auswärtiger Bildungsausschuss mit Girl`s-Day-Girls

Wir, Emma Broockmann und Hannah Teupke, kommen aus der 5. Klasse der Gemeinschaftsschule Hassee. Am Donnerstag, den 27. 3. fand der Girl`s Day statt. An diesem einen Tag haben wird die Vorsitzende des Bildungsausschusses, Anke Erdmann, begleitet. An dem Tag hat der Bildungsausschuss alle drei Kieler Hochschulen besucht: Angefangen haben wir mit der Fachhochschule Kiel – mit der Schwentinefähre sind wir vom Landtag über die Förde direkt zu der Fachhochschule gefahren. Bald werden dort 7.000 Studenten sein. Der Präsident hat betont, dass nach dem Studium sehr viele Leute schnell einen Job gefunden haben. Wir fanden besonders spannend, dass aktuelle Projekte vorgestellt wurden. „Die Kinderstube der Demokratie“ versucht zum Beispiel, dass Kinder in Kitas mehr mitbestimmen dürfen.

Mitglieder des Ausschusss, Uni –Präsident Prof. Fouquet und seine Vertreterin Prof. Friedl, Ole Schmidt, die beiden Girl`s Day Girls Emma (l) und Hannah (r), sowie als weitere Gast Kai Gehring MdB.

Als nächstes sind wir zur Muthesius Kunsthochschule gefahren. Das war nicht so einfach, weil wir zufällig in die Demo für einen Streik geraten sind. Wir steckten im Auto fest, hatten aber einen super Blick auf die vielen Demonstranten. Als wir angekommen sind, hat der Präsident erstmal eine kleine Rede gehalten: „Ohne Freiheit keine Kunst“. Die Kunsthochschule ist “frisch bezogen“ und keine Massenschule. Sie hat 468 Studienplätze. Wie viele andere Schulen will sie mehr Geld. Ansonsten wünschen sie sich, dass mehr Musik und Kunst unterrichtet wird. Nach der Hochschule können viele nicht von der Kunst leben. Das soll sich ändern, sagt der Präsident.

Die letzte Station war die Christian-Albrechts-Universität, eine richtig große Uni! Besonders toll war, dass wir alle auf der Dachterasse des Uni-Hochhauses standen. Da konnte man über die ganze Stadt sehen. Am Ende gab es noch eine Ausschusssitzung in den Uni-Räumen, mit ziemlich vielen Themen, über die ziemlich schnell gesprochen wurde.

Als Abgeordneter muss man viel sitzen und zuhören. Überall gab es Kekse! Man muss aufpassen, dass man nicht zu viel davon isst, wenn man so viel in Sitzung sein muss.

Für Emma, wär es ein spannender Tag, weil es um Politik ging und so viel besprochen wird. Hannah fand den Tag nicht ganz so interessant, für sie wär das nichts!

Mrz 3, 2014 - Im Land unterwegs    Kein Kommentar

Sventana-Schule in Bornhöved

Innerhalb einer Woche war das der zweite Besuch an einem Ort, an dem man gern eine Oberstufe für die Gemeinschaftsschule bekommen hätte. Die Sventana-Schule in Bornhöved war mir bis dahin nur ein Begriff, weil sie eine der drei von 130 Gemeinschaftsschulen war, die bewusst die Möglichkeit genutzt haben, wieder Haupt- und Realschulklassen einzuführen.

An diesem Morgen präsentierte sich die Schule als lebendiger, freundlicher und gut ausgestatteter Lernort. Das Schulleitungsteam zeigte mir Besonderheiten – Tanzunterricht in der neunten Klasse mit externen Prüfungen, das Projekt Roberta, in dem Mädchen in Zusammenarbeit mit der FH Kiel für Informatik gewonnen werden sollen. Die Musikstunde in einer 6. Klasse war mitreißend, schade, dass es nur für eine Stipvisite reichte.

Im anschließenden Gespräch ging es  – natürlich – um das Thema Inklusion an Schulen und um die Frage, wie Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe attraktiv bleiben können.