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Jun 3, 2016 - Im Land unterwegs, In Kiel unterwegs    Kommentare deaktiviert für Boy-Lornsen-Grundschule und Gymnasium Brunsbüttel

Boy-Lornsen-Grundschule und Gymnasium Brunsbüttel

Gleich zwei Schulleiter aus Brunsbüttel sind auch auf Landesebene in Verbänden vertreten. Uwe Niekiel ist als Grundschulleiter auch Vorsitzender des Schulleiterverbandes Schleswig-Holsteins, Hans-Walter Thee ist Rektor des Gymnasiums und im Vorstand des Philologenverbandes. Gemeinsam mit Kerstin Hansen, Grüne Kreistagsabgeordnete und Vorsitzende des Schulausschusses in Dithmarschen, war ich von 7:45 bis 13:15 an beiden Schulen zu Gast. Und weil Brunsbüttel von Kiel aus mit dem ÖPNV eine kleine Weltreise entfernt ist, bin ich schon am Abend vorher mit dem Zug nach Heide gefahren, danke für Bett, Brot und Beifahrersitz, liebe Kerstin.

Englisch am Smartboard, das ist der Einstieg in dieser Grundschule, die auf breite Fachlichkeit setzt. Hier wird programmiert und geforscht.  Jede Klasse hat ein Materialregal und Internetzugang. Es gibt eine gute Schülerbeteiligung und eine schöne Mensa. Hier werden Unterricht am Vormittag und Ganztagsangebote verzahnt, Schulassistenz und –begleitung werden zusammengeführt, mit dem Jugendamt gibt es regelmäßige Treffen. Hier gibt es kaum etwas, was es nicht gibt – nur keine Noten. Diese Grundschule hat sich mit langem Atem auf den Weg gemacht. Und hat einen Schulleiter, der diverse Ideen mit seinem Team voranbringt. Immer wieder hat man den Eindruck: Diese Schule ist einfach gut sortiert. Und das ist das Fundament, immer in Bewegung zu bleiben – diesen Eindruck macht der gelassene Schulleiter. Gut sortiert: Die Laborausstattung in den Schränken, die Klassenräume mit Ihrer Ausstattung, das Kollegium und auch der Zeitplan. Hier gab es wieder einen besonderen Weg: ein Rhythmus mit flexibler Anfangszeit und Eigenlernphasen, mit Pausen und Fachunterricht. Alles sehr durchdacht und gemeinsam getragen.

Wo drückt der Schuh und braucht es Rückenwind? Beim Lehrernachwuchs und der Verzahnung von Schule und Sozialsystemen.

Kerstin Hansen, Anke Erdmann, Hans-Walter Thee

Kerstin Hansen, Anke Erdmann, Hans-Walter Thee

Gerade noch pünktlich hechten wir ins Gymnasium. Auf der Suche nach dem Verwaltungstrakt frage ich bei einer Posaunistin nach dem Weg: Hier scheint gerade eine Probe der Schul-Bigband stattzufinden. Fehleinschätzung! Kerstin Hansen und ich werden mit großem Bahnhof begrüßt. Nun bin ich schon seit 2009  in Schleswig-Holsteins Schulen unterwegs, so einen Empfang habe ich noch nicht erlebt. Das war wirklich wunderbar.

Danach gibt es einen enggestrickten Zeitplan. Ich bin sicher: So viel hat bislang auch noch kein Schulleiter in zwei Stunden untergebracht. Wir beginnen in der Pause im Lehrerzimmer: Verabschiedung einer Praktikantin und Glückwunsch an eine Referendarin, Vorstellung von Frau Hansen und mir in der großen Runde. Wie könnte es anders – natürlich gibt es auch ein kurzes inhaltliches „Gekabbel“ mit Herrn Thee – Grüne und Philologenverband, da ist eben immer noch was zu erwidern…. Dann hospitieren wir im Schnelldurchlauf in drei Klassen: Dänisch (wieder ein erstes Mal), Mathe in einer Fünften und am Ende Geographie (in einer Tablet-Klasse, selbstorganisiert und beeindruckend souverän), wir treffen Schulleitung und Personalvertretung, sehen den Schulneubau nebenan entstehen, treffen uns mit Eltern und Lehrervertretung – und während wir dabei auch noch viel von der Schule sehen, bleibt auch noch Zeit für Austausch.

Zwei Bilder nehme ich auf jeden Fall mit: Der musikalische Empfang mit den Kids, die voll bei der Sache sind. Und ein Fünftklässler, der in einer Pause bäuchlings auf dem überdimensionierten Sofa im Verwaltungstrakt liegt und ganz versunken in die Tageszeitung ist. Eine große Schule, die offenbar für alle eine kleine Nische hat.

 

Mai 19, 2016 - Im Land unterwegs, In Kiel unterwegs    Kommentare deaktiviert für Lerncoaches – überzeugendes Modell mit Wachstumspotenzial

Lerncoaches – überzeugendes Modell mit Wachstumspotenzial

Auf Einladung von Schulleiter Dr. Jansen und den beiden Lerncoaches Frau Weinreich und Frau Güven, konnte ich mich mit einem besonderen Beratungskonzept am RBZ 1 vertraut machen: Inzwischen arbeiten 30 Lehrkräfte auch als Coaches und sind ansprechbar, falls Schülerinnen und Schüler gezielte Unterstützung suchen. Weder Nachhilfe, noch Therapie – so charakterisiert sich das Angebot selber.

Gerade in den 1:1 Beratungssituationen lassen sich individuelle Wege finden, damit es in der Schule wieder besser läuft. Viele der Kolleginnen haben sich umfangreich fortgebildet. Rückenwind geben die vielen Erfolge – gut investierte Zeit, für die in Unterrichtssituationen oft die Ruhe fehlt.

Foto.Bericht

Gemeinsam haben wir nach Wegen gesucht, wie solche Angebote verstetigt und breit verankert werden könnten. Immer, wenn der klassische Schulbereich verlassen wird, wenn es eigentlich um eine Verzahnung mit anderen Angeboten geht, die sonst eher außerhalb der Schule zu finden sind, dann geraten Lehrkräfte an die Grenzen innerhalb der Institutionen – und Abgeordnete eben leider auch.

Zeit für intensive Beratung in der Schule – bis das ganz normal ist, wird es noch etwas dauern, es sind dicke Bretter zu bohren: Aber das ist es Wert. Danke an dieses Team, stellvertretend für alle Kollegien, die auch schon mit Zukunftsprojekten loslegen, auch wenn der Rahmen noch nicht stimmt.

Apr 18, 2016 - Im Land unterwegs, In Kiel unterwegs    Kommentare deaktiviert für Otto-Hahn-Gymnasium in Geesthacht

Otto-Hahn-Gymnasium in Geesthacht

In unserer Schule warst Du noch gar nicht!“ Dieser Satz des ehemaligen Landeselternbeiratsvorsitzenden Dr. Thomas Hillemann hatte den Ausschlag gegeben und so war ich, gemeinsam mit Renate Lefeldt und Ali Demirhan aus der Grünen Ratsfraktion sowie Annedore Granz aus der Grünen Kreistagsfraktion zum Schulbesuch am Gymnasium in Geesthacht. Der Schulleiter, Herr Schwerdtfeger, hatte uns ein dichtes Programm mit vielen Ein- und Ausblicken „gestrickt“. Otto-Hahn

Besonderen Raum nahm eine Diskussionsrunde mit Schülerinnen und Schülern des elften Jahrgangs ein. Themen wie Schulartenempfehlung, die Integration von geflüchteten Jugendlichen, das Gastschulabkommen, die bundesweit unterschiedlichen Abi-Durchschnittsnoten, aber auch die spezielle Situation in Geesthacht standen ganz oben auf.

Interessant war auch zu sehen, wie sich die Umstellung vom „Klassenzimmer“-Konzept zum „Lehrerraum“-Prinzip bemerkbar macht. An dieser Schule wandern die Schülerinnen und Schüler. Den Räumen tut es gut, denn man kann die Handschrift der Lehrkräfte erkennen und das Thema Arbeitsplätze für Lehrkräfte wird auf diese Weise gelöst. Dies liegt auch daran, dass die Schule relativ viel Raum hat und ein weitläufiges Gelände. Hier wurde immer wieder renoviert – die nächsten Projekte stehen schon fest: WLAN und die Sanierung der Sporthalle.

Im Anschluss haben wir in kleiner Runde die Eindrücke ausgetauscht und vereinbart: Noch in diesem Jahr soll es einen weiteren Termin in Geesthacht geben – Schwerpunkt: DaZ und Schulentwicklung in Geesthacht.

 

Mrz 21, 2016 - Im Land unterwegs, In Kiel unterwegs    Kommentare deaktiviert für Ein Netzwerk für junge Familien

Ein Netzwerk für junge Familien

Ausschwärmtag

Von links nach rechts: Indrid Bredereck- Mallas- Mitglied im Jugendhilfeausschuss des Kreistages Helma Koch-Dreßler- „Wellcome“ Plön Helene Hübner- Leiterin des Familienzentrums Anke Erdmann- kitapolitische Sprecherin der Grünen Landtagsfraktion

Eines der größten Infrastrukturprojekte der letzten zehn Jahre ist mit Sicherheit der Ausbau der Kleinkindbetreuung im ganzen Land. Mit dem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem ersten Lebensjahr hat sich der Alltag vieler Familien verändert. Dazu tragen aber auch andere Faktoren bei. So ist es nicht mehr selbstverständlich, dass die erfahrenen Mütter und Tanten in der Nähe sind oder die Nachbarinnen ganz selbstverständlich die Kinder einhüten. Es heißt, früher brauchte es ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen – Familienzentren sind eine zeitgemäße Antwort.

In Plön ist das Familienzentrum in den hellen Räumen des alten E-Werks in Bahnhofsnähe untergebracht, gemeinsam mit vielen anderen Initiativen – von der Migrationssozialberatung, über einen Mittagstisch, über vielfältige Kurse bis hin zur Erziehungsberatung und den frühen Hilfen, findet sich alles unter einem Dach. Gemeinsam mit Ingrid Bredereck-Mallas, Mitglied im Jugendhilfeausschuss des Kreistages, informierte ich mich vor Ort. „Wir sind ein Knotenpunkt und stellen die Familien in den Mittelpunkt“, beschreibt Helena Hübner, Leiterin des Familienzentrums. Dabei stehen vor allem ganz junge Familien im Vordergrund. So begleiten ehrenamtliche Frauen in der Initiative „Wellcome“ junge Familien mit Neugeborenen auf Wunsch bis zu einem Jahr und geben praktische Unterstützung. Eine dieser Ehrenamtlichen ist Helma Koch-Dressler, die seit gut zehn Jahren für „Wellcome“ unterwegs ist. „Ich bin für die Kinder da. Man gibt viel. Und man bekommt unglaublich viel zurück“, beschreibt sie die Erfahrung ihres langjährigen Engagements.

Im Kreis Plön gibt es insgesamt vier Familienzentren. Sie werden seit 2015 mit jeweils 25.000 Euro pro Jahr von der Landesregierung gefördert, wie landesweit hundert Familienzentren. Die Konzepte sind ganz unterschiedlich: Die meisten Familienzentren entstehen unter dem Dach von Kindertagesstätten. Aber es gibt eben auch Modelle wie hier im Kreis Plön, die die bestehenden Angebote vernetzen. Hundert Familienzentren bedeuten auch hundert verschiedene Herangehensweisen Familien vor Ort zu unterstützen. Hier in Plön konnten wir ein überzeugendes Modell sehen – hier laufen viele Fäden zusammen Ende fest.  Wir sind uns einig: Familien brauchen solche Netzwerke, Plön ist gut aufgestellt.

Mrz 18, 2016 - Im Land unterwegs, In Kiel unterwegs    Kommentare deaktiviert für Familienzentrum am Schützenpark

Familienzentrum am Schützenpark

Das Land fördert im zweiten Jahr Familienzentren – in Kiel sind so elf neue Einrichtungen dazugekommen. Ich wollte sehen, was die Hilfe konkret bewirkt: Darum bin ich in die Kita am Schützenpark gegangen, die im letzten Jahr zum Familienzentrum wurde. Familienzentrum, was ist das eigentlich? Früher standen bei der Erziehung NachbarInnen den FamilKita am Schützenparkien zur Seite. Heute stehen junge Familien oft alleine da. Die gefragten – aber auch die ungefragten – Ratschläge an der Wäscheleine gibt es nicht mehr. Wo bekommen diese Familien Rat und niederschwellige Unterstützung, wenn Sie diesen brauchen? In Familienzentren. Das Konzept ist offen, es gibt keine festen Gruppen, aber dafür Fußballfieber, ein Atelier, eine Forscherwerkstatt etc. Und Essen können die Kinder jederzeit – das „Restaurant ist bis 15:30 geöffnet“ – und eine Riesenglasscheibe gibt Einblicke in die Küche: Hier wird noch selber gekocht! Die Einrichtung am Schützenpark in Kiel hat zudem durch Renovierung und Krippenneubau in der Gellertstraße richtig Schwung bekommen. Große helle Räume – mit wenigen Mitteln ist hier viel gelungen. Ein tolles Konzept, ein überzeugendes Team und das alles in schönen neuen Räumen.

Mrz 17, 2016 - Im Land unterwegs, In Kiel unterwegs    Kommentare deaktiviert für Theodor-Storm- und Leif-Eriksson-Gemeinschaftsschule in Kiel

Theodor-Storm- und Leif-Eriksson-Gemeinschaftsschule in Kiel

TSGar nicht schwarz-weiß, sondern sehr bunt ist der Vormittag an den beiden Kieler Gemeinschaftsschulen. Der Schwerpunkt sind die DaZ-Basiskurse, also die Einstiegsklassen für Geflüchtete. Gemeinsam mit den Schulleitungen Herrn Haacke, Herrn Lange und Herrn Ruser geht es in einem Power-Rundgang durch beide Schulen, die ich beide zuvor schon besucht hatte.  

Dankenswerter Weise war auch Herr Dube aus dem Ministerium mit an Bord, so dass wir bei strukturellen Fragen hoffentlich bald Verbesserungen erzielen können.

Mit wie viel Lernbereitschaft Jugendliche bei der Sache sind, mit wie viel Engagement sich Lehrkräfte in diese Aufgabe stürzen, ist immer wieder gut zu sehen. Und als wir die Theodor-Storm-Schule betreten, schallt der Song „Happy“ durch den Eingangsbereich: Eine Gruppe bringt gerade Projektergebnisse zur Aufführung.  Mit an Bord auch viele „ehemalige DaZ-Schülerinnen und Schüler.“ Ich jedenfalls gehe mit acht plus zwei Vorschlägen, die allen die tägliche Arbeit erleichtern würden, setze mich an den Schreibtisch und  setze ein Schreiben mit den Erkenntnissen des morgens auf.

 

Mrz 16, 2016 - Im Land unterwegs, In Kiel unterwegs    Kommentare deaktiviert für Ich gehe das „kleine G“

Ich gehe das „kleine G“

Keine zehn Minuten auf dem Rad und ich erreiche die Christliche Schule Kiel, einer Grund- und Gemeinschaftsschule in typischem großen Backsteinbau für einen Schulbesuch. Der kurze Anfahrtsweg ist gut, denn ich soll schon um 7:45 ankommen, um bei dem gemeinsamen Morgenkreis der fünften und sechsten Klassen dabei zu sein. Durch eine große und alte Flügeltür aus hellem unbehandeltem Holz geht es in die Aula – man hat mehr das Gefühl von „Konferfreizeit“ als von Schule: Alle sitzen relaxed auf dem Boden in einem großen Kreis. Gitarrenbegleitung und ein kleines Wunschkonzert. Während des Gebetteils wünschen sich fast alle Wärme und Sonne – und ich hänge meinen eigenen  Gedanken und Wünschen nach: an einen syrischen Bekannten nach, der verzweifelt ist, weil seine Frau schon viel zu lange im Libanon im Camp sitzt.

Herr Matthiesen, Vorsitzender der Schul- und Geschäftsleitung nimmt mich mit in eine fünfte Klasse: Einführungsstunde in den Werkstattunterricht 1 – diesmal ein Geschichtsprojekt zum Thema Rom. Eine ruhige, aufgeräumte und aufmerksame Klasse, die sich Forscherfragen überlegt: Wie war der Alltag? Wie war die Kampfstrategie der RömeChristliche Schuler? …  „und dürfen wir am Ende Asterix und Obelix sehen, aber den mit den echten Menschen?“

Danach komme ich in eine erste Klasse: Heute gibt es als Wochenbuchstaben das „G“  und das wird mit allen Sinnen erschlossen: mit Lautsprache und beim „G-Heraushören“, es wird in die Luft geschrieben und ausgestanzt, an die Tafel geschrieben, auf die Rücken der anderen Kinder gemalt – und die müssen erkennen, ob es klein oder groß ist -, in den Sand geschrieben, aus Glassteinen gelegt… und als Seil auf dem Boden ausgelegt und die Kinder können es ablaufen. „Ich geh`mal das kleine G“, sagt eine Erstklässlerin und balanciert drauflos. Alle sind in der Klasse bei der Sache.

Im Anschluss komme ich ins Gespräch mit Herrn Matthiesen, Frau Wendt, der Gemeinschaftsschulleiterin und Herrn Gessner, der die Grundschule leitet. Wir sprechen über Religion im Schulalltag, über Umgang mit anderen Religionen, über Zweifel – aber natürlich auch über Inklusion und Kinder von Geflüchteten, die auch auf die Christliche Schule gehen. Thema ist natürlich auch Förderung von Schulen in freier Trägerschaft, denn dort hat diese Landesregierung seit 2012 für bessere Rahmenbedingungen gesorgt: Mehr Transparenz, eine Kopplung an die steigenden Ausgaben an den öffentlichen Schulen und insgesamt mehr Geld. Haushalten müssen die Schulen immer noch.

Als ich nach knapp drei Stunden mein Fahrrad aufschließe komme ich aus einer Schule, bei der mir nichts herausgeputzt oder aufgesetzt vorkommt. Zugewandt und echt steht sie da –hier wird einfach mit viel Herzblut Schule gemacht.

 

 

 

 

Feb 24, 2016 - Im Land unterwegs, In Kiel unterwegs    Kommentare deaktiviert für Applaus, Applaus!

Applaus, Applaus!

Das erste was in der Dannewerkschule – einer Gemeinschaftsschule in Schleswig – ins Auge fällt, das sind die roten Buchstaben „HEUTE: TAG DER FREUNDLICHKEIT!“. Vom ersten Moment aus spürt man die offene und freundliche Atmosphäre an dieser Schule. DannewerkschuleDer klare und helle Charakter der Schule findet sich in jeder Ecke. Frau Schönberg, die Schulleiterin, gibt Herrn Dube, dem obersten Schulaufsichtsbeamten, Dr. Babette Tewes von den Schleswiger Grünen, Jan-Hendrik von Zelewski und mir einen beeindruckenden Überblick – und das alles in angenehmen, gelassenen und lockeren Ton. Was diese Schule – fast beiläufig scheint es – auf die Beine stellt, ist beeindruckend. Hier kümmert man sich um Berufsvorbereitung, um eine frühe Einbindung der Schülerinnen und Schüler in die bestimmte Aufgaben. Dabei zu sein, das ist hier keine Last, darum muss man sich oft bewerben. Das Konzept geht offensichtlich auf – hier ist sogar das Komplimente machen cool, denn mit sympathischen „Komplimentmonstern“ ist eine Kultur der Wertschätzung eingezogen. Auch die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten lassen sich sehen, dabei sind die Voraussetzungen der Schule nicht besonders rosig.

Warum waren wir aber von Kiel nach Schleswig gefahren: Wegen des DaZ-Zentrums: Fast 70 Kinder werden in der Basisstufe der Dannewerkschule unterrichtet. Sie tummeln sich in zwei Räumen, aber man findet nur geschäftiges und konzentriertes Lernen. Schon vor einigen Jahren haben sich die Dannewerker auf Individualisierung eingestellt. So gibt es eigentlich nur vier Hauptwerke zum Deutschlernen, für alle aber gibt es Arbeitsanweisungen, die man auch versteht, wenn man noch nicht (deutsch) lesen kann. Das Spektrum der Jugendlichen könnte vielfältiger nicht sein. Und dennoch herrschen hier Klarheit und Struktur, Gelassenheit und Freude. Wohin man schaut, viele machen unterschiedliche Dinge: Da hören Mädchen sich per Kopfhörer einen kleinen Lernfilm an, da wird per Kartenspiel der-die-das in einer kleinen Gruppe gepaukt, dort wird geschrieben und korrigiert und an anderer Stelle ist eine kleine Gruppe über ein Tablet gebeugt. Die Zauberworte heißt Flexibilität und Team! Schon angetan von dieser Lernsituation fragt der Lehrer: „Wer will noch singen?“ Ungefähr die Hälfte der Kids versammeln sich um das Smartboard, die anderen arbeiten weiter.

Da stehen und sitzen Jungen und Mädchen von zehn bis fünfzehn, viele erst seit kurzer Zeit in Deutschland, viele von ihnen mit schlimmen Erlebnissen und vielen Sorgen im Nacken und singenv on Sportfreunde Stiller „Applaus, Applaus, für Deine Worte, mein Herz geht auf, wenn Du lachst!“ So bewegt und voller guten Mutes verlasse ich selten eine Schule. „Applaus, Applaus!!“

Feb 22, 2016 - Im Land unterwegs, In Kiel unterwegs    Kommentare deaktiviert für Woher kommst Du?

Woher kommst Du?

An diesem Montag Morgen hat mich Julia Jacobs in die Katholische Kirchengemeinde St. Joseph eingeladen. Hier finden seit 2014 ehrenamtlich veranstaltete Deutsch-Kurse für all diejenigen statt, die sonst durch das Raster fallen: Weil noch kein Anspruch besteht, weil man nicht aus einem sicheren Herkunftsstaat kommt oder manchmal auch einfach zu Vertiefung. Ehemalige Lehrkräfte bieten Deutsch, aber auch Alphabetisierungskurse an und diese werden gut angenommen.

Als ich den Raum betrete, sitzen an einem langen Tisch viele Männer, an dem anderen einige Frauen. Ich nehme am Frauentisch Platz und schnell sind wir im Gespräch. Eine Syrerin ist seit eineinhalb Jahren in Deutschland und spricht schon sehr gut Deutsch: „Ich wohne in Gaarden, meine Kinder gehen alle drei hier zu Schule.“ Eine andere Frau fragt mich nach deutscher Grammatik aus, sie ist Syrerin und seit acht Wochen in Deutschland. Sie war Englischlehrerin in Damaskus und die Sprache scheint Ihr zuzufliegen. Die Damen aus Armenierinnen und dem Jemen sind noch dabei, die Arbeitsblätter zu wiederholen als die Stunde beginnt: Woher kommst Du? Wie alt bist Du? Seit wann bist du in Deutschland? An diesem Montag stehen Fragen und Antworten auf dem Plan, die Atmosphäre ist locker und freundlich – hier wollen alle lernen! Weniger locker, aber voller Konzentration ist die Arbeit im nächsten Kurs: Es geht um Alphabetisierung. Zum einen für diejenigen, die bislang z.B. die arabische  Schrift beherrschen, nicht aber die lateinische. Aber einige Teilnehmerinnen haben auch noch nie zuvor schreiben gelernt. Der Frauenanteil ist deutlich höher.  Und in den letzten Reihen spielen leise einige Kinder vor sich hin, während Ihre Mütter sich unter kundiger Anleitung ans Schreiben wagen. Im anschließenden Gespräch mit einem Teil der Ehrenamtlichen, die in verschiedenen katholischen Kirchen Kiels zu Hause sind, wird deutlich, wie intensiv die Begleitung ist und wie gern man noch auf weitere Mitstreiter hofft. Interesse? Ich vermittle gerne weiter!

Jan 25, 2016 - Im Land unterwegs, In Kiel unterwegs    Kommentare deaktiviert für Ende der Kreidezeit

Ende der Kreidezeit

Die Hermann-Löns-Schule in Ellerbek bei Hamburg ist Modellschule für Digitales Lernen. Alle meine Schulbesuche zu diesem Thema waren bislang in der Sekundarstufe gewesen. Die Hermann-Löns-Schule ist aber eine Grundschule. Wie die Laptops in den Klassenstufen und durch alle Fächer eingesetzt wurden, das wurde mir in der Mathestunde der 1b, der Deutschstunde in der zweiten Klassenstufe und der dritten Klasse beim Computerführerschein gezeigt. Es  war überzeugend zu sehen, wie Laptop und Knete, Activeboard und klassischer Rechenschieber klug nebeneinander eingesetzt werden. So kommt die Feinmotorik, die Bewegung und all das „echte Tun“ nicht zu kurz, und Hermann-Löns-Schule in Ellerbekgleichzeitig bieten die Einheiten neue Möglichkeiten in Sachen Differenzierung. Worin liegt dieser Schwung und Erfolg? Die Schulleiterin Frau Nielsen zieht mit dem ganzen Kollegium an einem Strang – ohne Gegenstimme haben sich alle Lehrkräfte für die Bewerbung zur Modellschule bereit erklärt  – dabei fordert dies natürlich zunächst einmal viel Mehrarbeit. Und auch Günther Hildebrand, der Bürgermeister und mein ehemaliger Landtagskollege von der FDP, gibt mit dem Schulträger Ellerbek in Sachen Schulausstattung Gas, auch in Sachen Digitales. Das Netzwerk, dass die Ministerin Mitte letzten Jahres gegründet hat, die Unterstützung des IQSH und das Preisgeld von Landesseite – das alles hat einen ordentlichen Schub gegeben.

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