Browsing "In Kiel unterwegs"

Grundschule Kiel Russee

Es gibt Themen, die sich an allen Schulen gleichen, es gibt Themen, die hat jede Schule besonders nur für sich. In Russee stehen gleich zwei größere Themen auf der Agenda. Wie muss sich Schule wandeln, wenn aus dem einstiegen Neubaugebiet mit vielen Kindern ein ganz normaler „Schulbezirk“ mit zurückgehenden Schülerzahlen wird. Normalerweise trifft man in den städtischen Bezirken nicht auf solche Effekte. Anders hier in Russee. Zum einen bringt das Schrumpfen Vorteile und vor allem: „Frei-Räume“ um zu lernen. Andererseits ist dies auch mit einem schrumpfenden Kollegium verbunden – schmerzhaft, wenn das Team so zusammengewachsen ist, wie an dieser Schule. Das zweite Thema ist die  Verzahnung von Vor- und Nachmittagsphase.

Grundschule RusseeEs gibt rege AG-Aktivitäten: Mit der Schulleiterin Frau Zabel-Hanowski bin ich zu Besuch bei der Pausen-AG,  deren Hauptsorge ist, wie die MitschülerInnen zum Einhalten von Regeln in den Pausen bewegt werden können. Im Anschluss empfängt mich die Bücherei-AG in einem der schönsten Bücherei-Räumen in Selbstorganisation. Hier helfen neben der AG auch viele andere Schülerinnen und Schüler mit. Ordnung, Aktualität und schöne Ausstattung laden zum Stöbern und Schmökern ein. Die Grundschule Russee ist auch Zukunftsschule, die sich besonders mit Fragen der Nachhaltigkeit auseinander setzt. Aus der warmen und sauberen Bibliothek geht es dann mit der Garten-AG bei norddeutschem Schmuddelwetter in den großen Garten. Und so schnuppern wir mitten im Dezember an Rosmarin und Lavendel. Danach riechen meine Hände noch, als ich schon längst wieder im Landeshaus in einer Sitzung bin…

Überall Kunst! Käthe-Kollwitz-Schule Kiel

Käthe-Kollwitz- SchuleEine überraschend warme Atmosphäre herrscht in der alten Eingangshalle der Käthe-Kollwitz-Schule. Einen Tag verbringen Lydia Rudow von der Kieler Ratsfraktion und ich bei der Schulleiterin Frau Schütz und ihrem Team. Gespräche mit Schulleitungsteam, Schulrundgang, ein Gespräch mit der SV und dem Personalrat – unser Vormittag ist lebendig, eng getaktet und vor allem: ein nicht abreißendes Gespräch.

Die Schule strahlt etwas sehr familiäres aus, das wundert bei der Größe. Die Cafeteria in Elternhand, die Schülerbücherei, die Kunst auf den Fluren – überall liebevoll gestaltete „Räume“ in der Schule. Überall finden sich Kunstwerke wieder, großflächig und schön präsentiert – einer der Schwerpunkte an der Käthe-Kollwitz-Schule.

Im Vordergrund stehen an dem Vormittag in den Gesprächen aktuellen schulpolitische Fragen wie die Veränderungen der Schulartenempfehlung, aber auch die Personalausstattung.

Die drei Stunden vergehen wir im Fluge und am Ende verabreden wir, dass ich wiederkomme – unser Gespräch war noch nicht zu Ende. Ich freue mich schon auf Teil zwei! Und zwei ganz konkrete Arbeitsaufträge in Richtung Ratsversammlung haben Lydia und ich auch in der Tasche…

Blick auf die Schule

DaZ an der Max-Tau-Schule

In Kiel-Mettenhof liegt die Max-Tau-Grund- und Gemeinschaftsschule, an der ich einen Vormittag lang viele, aber sicher nicht alle Themen mit dem stellvertretenden Schulleiter Herrn Lange und seiner Kollegin, Frau Lindford, besprechen konnte. Das Thema Berufsorientierung, das in Zusammenarbeit mit Coach und Arbeitsagentur Jugendliche ab Klasse 8 intensiv berät, spielte dabei eine besondere Rolle. Die Max-Tau-Schule ist aber auch FiSch-Schule – FiSch ist die Abkürzung für „Familie in Schule“ und ist ein Ansatz, in dem zeitweise mit Eltern und deren Kindern gemeinsam gearbeitet wird.

Max-TauDas Megathema an dem Vormittag war aber für mich die Schulangebote für Flüchtlinge. Die Max-Tau-Schule ist sogenanntes DaZ-Zentrum. Hier wird Kindern erstmal in einem Basiskurs die deutsche Sprache zugänglich gemacht. Dabei ist die Zusammensetzung der inzwischen sechs Gruppen sehr, sehr unterschiedlich. Die vielen Altersgruppen und sprachbegabte Kinder, die schnell lernen, sind genau so zu unterrichten, wie Kinder, die überhaupt nicht alphabetisiert sind. Die unsichere Situation der Kinder und Jugendliche, die Traumata, mit denen viele zu kämpfen haben, und die Schwierigkeiten, Integrationsmöglichkeiten zu finden – das alles stellt die engagierten Lehrkräfte vor riesige Aufgaben.

Klar, dass gerade dieser Bereich in den letzten Monaten wächst.

Neben diesen Themen konnte ich auch mit der Schülervertretung sprechen. Am meisten beschäftigt die Schülerinnen und Schüler der Unterrichtsausfall. Gerade in den Abschlussklassen mit Blick auf die Prüfungen steigt die Nervosität und Sorge, dass einfach zu viel Stoff unbearbeitet bleiben könnte. Inzwischen gibt es speziell für die ZehntklässlerInnen einen Kurs im Nachmittag, um gezielt prüfungsrelevantes Wissen aufzuarbeiten.

 

Vorlesetag in der Kita Seeblick

Am Vorlesetag war ich gemeinsam mit dem Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer in der Kita Seeblick. Für mich war das der vierte Vorlesetag. Ich greife inzwischen auf zwei bewährte Bilderbücher zurück: Leon Pirat und „Grüffelo“. Gerade der Grüffelo ist inzwischen sehr bekannt, aber zu zweit und mit verschiedenen Rollen gelesen, war es offenbar doch mitreißend.
Vorlesen_KTE_Seeblick

Im Anschluss gab es noch einen Rundgang durch die renovierten Räume der städtischen Kita – das war mal eine Abwechslung, denn normalerweise wurde in den letzten Jahren in erster Linie in den Krippenausbau investiert. Eine runderneuerte Kita für Kinder zwischen drei und sechs ist da doch etwas Besonderes. Bei diesem Umbau wurde das Konzept der Kita mit den verschiedenen Lernbereichen, einer großen Küche für die Mittagessen und einem Bewegungsraum überzeugend umgesetzt.

In der Kita gibt es natürlich auch eine Menge Kinder – aber ohne Einwilligung der Eltern gehören solche Bilder nicht ins Netz…

Gorch-Fock-Schule

Auf dem Gelände der Gorch-Fock-Schule war ich in der vergangenen Zeit häufiger, weil ich in dem Förderzentrum G im gleichen Gebäudekomplex hospitiert habe. Am lezten Tag meiner Besuche dort bekam ich die Gelegenheit, die Schulleiterin Frau Mittelstaedt in eine vierte Klasse zu begleiten. Gemeinsam mit einer Förderlehrerin und einer Schulbegleiterin ging es in dieser Stunde um Grammatik. Gerade drei Erwachsene ermöglichten eine differenzierte Unterstüzung der Kinder. Wir alle wissen aber, dass zwei Lehrkräfte in einer Grundschulklasse eben nicht die ganze Zeit unterrichten.

Von dieser Grundausstattung sind wir leider noch weit entfernt.

Gemeinschaftsschule Kiel-Friedrichsort

In Kiel gibt es drei Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe. Eine davon ist die Gemeinschaftsschule in Friedrichsort.

Eigentlich begann der Schulbesuch schon im Bus, denn dort saß ich neben zwei Schülergruppen der Schule… es ging um Unterricht, Hausaufgaben, Lehrkräfte – und Sozialstunden.

Das offizielle Programm  war auch sehr intensiv. Der Schulleiter, Herr Weigel, hatte viele Gespräche organisiert – mit Elternvertretung, Schulleitungsteam, Personalvertreterinnen, Schülerinnen du Schülern, die mir ihre Schule gezeigt haben und einer Runde zum Thema Inklusion. Dort habe ich auch die Leiterin des Förderzentrums Lernen aus der Gutenbergstraße, Frau Schuldt, wiedergetroffen. In einem Gespräch zu meinen Zeiten als Kieler Ratsfrau habe ich in ihrem Schulleitungszimmer meine erste Einführung zum Thema Förderzentren und integrativ eingesetzte Lehrkräfte bekommen.

Interessant war an diesem Vormittag neben dem Gespräch zum Thema Inklusion insbesondere auch ein Austausch zur Zukunft der Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe.

 

Berufliche Schule im Umbau – RBZ1 Kiel

Noch stehen die Bagger auf dem Gelände. Es wird noch dauern, bis auch das letzte der drei Regionalen Bildungszentren für berufliche Ausbildung renoviert und  baulich modernisiert ist. Einen ersten Einblick bekamen Andrea Hake aus der Kieler Ratsversammlung und ich bei unserem Termin von der Schulleiterin Frau Grossmann. Neue moderne Küchen, ein Bar-Lehrraum, ein Hotelzimmer zum Betten machen, ein Bügelzimmer und ein „Rezeptions-Übungsraum“. Die Räumlichkeiten im Neubau sind in enger Abstimmung mit dem Berufsschulkollegium konzipiert. So gibt es nicht nur schöne Klassenräume und ein paar Fachräume. Für mich verbarg sich hinter fast jeder Tür eine Überraschung.

Dieses neue Gewand der Schule hat einen deutlich positiven Eindruck auf das Schulklima – das zeichnet sich schon jetzt ab, obwohl vielerorts noch Baulärm herrscht und weite Gebäudeteile noch auf eine Erneuerung warten.

Wenn ich die Beruflichen Schulen mit ihren Neubauten sehe, freue ich mich ganz besonders – als das Bauvolumen von der Ratsversammlung festgeschrieben wurde, war ich Ratsfrau. Zusammen mit Bau- und anderen SchulpolitikerInnen hatten wir hart darum gekämpft, den deutlich kleineren Kostenrahmen der Verwaltung auszuweiten. Die Beruflichen Schulen haben sich organisatorisch neu aufgestellt, sind baulich eine Visitenkarte Kiels und in Sachen Unterricht ebenfalls vorne weg – eines der drei Regionalen Bildungszentren ist gerade Vize-Sieger beim Deutschen Schulpreis 2014 geworden.

Ricarda-Huch-Schule in Kiel

Mitten an einer der Hauptschlagadern der Kieler Bildungslandschaft, der Hansastr./Westring, liegt die Ricarda-Huch-Schule. Das Gymnasium liegt auf einem Gelände mit der Goethe Grund- und Gemeinschaftsschule, grenzt an den Uni-Campus und ist nur einen Steinwurf entfernt vom Regionalen Bildungszentrum Wirtschaft. Die Kooperation mit der CAU hat neuerdings sehr konkrete Formen angenommen und so besuchen OberstufenschülerInnen Universitätsveranstaltungen und DozentInnen der Uni halten Vorträge in der Schule: Ein produktiver Austausch hat Gestalt angenommen.

Im Gespräch mit der Schulleiterin Frau Held und dem Schulleitungsteam haben wir viel länger über aktuelle Fragen des Schulgesetzes diskutiert, als wir uns zunächst vorgenommen hatten. So fand der Rundgang durch die Schule eher in eine zackigen Tempo statt. Die Schule ist als Schwerpunktschule Jugend forscht, mit bilingualem Unterricht und einer Bläserklasse nicht nur breit aufgestellt – auch das Schulgebäude ist weitläufig. Gemeinsam mit Arne Langniß und Lydia Rudwo aus der Kieler Ratsversammlung konnten wir renovierte Fachräume und den neuen Mensabau begutachten – beides war noch auf den Weg gebracht worden, als ich selber Ratsfrau in Kiel war. Immer wieder ein gutes Gefühl, wenn aus ehemaligen Vorgaben auf einmal fertige und tolle Gebäude geworden sind. Fertig ist man an dem Standort baulich aber noch nicht – als nächstes folgt die langersehnte Turnhalle.

Auswärtiger Bildungsausschuss mit Girl`s-Day-Girls

Wir, Emma Broockmann und Hannah Teupke, kommen aus der 5. Klasse der Gemeinschaftsschule Hassee. Am Donnerstag, den 27. 3. fand der Girl`s Day statt. An diesem einen Tag haben wird die Vorsitzende des Bildungsausschusses, Anke Erdmann, begleitet. An dem Tag hat der Bildungsausschuss alle drei Kieler Hochschulen besucht: Angefangen haben wir mit der Fachhochschule Kiel – mit der Schwentinefähre sind wir vom Landtag über die Förde direkt zu der Fachhochschule gefahren. Bald werden dort 7.000 Studenten sein. Der Präsident hat betont, dass nach dem Studium sehr viele Leute schnell einen Job gefunden haben. Wir fanden besonders spannend, dass aktuelle Projekte vorgestellt wurden. „Die Kinderstube der Demokratie“ versucht zum Beispiel, dass Kinder in Kitas mehr mitbestimmen dürfen.

Mitglieder des Ausschusss, Uni –Präsident Prof. Fouquet und seine Vertreterin Prof. Friedl, Ole Schmidt, die beiden Girl`s Day Girls Emma (l) und Hannah (r), sowie als weitere Gast Kai Gehring MdB.

Als nächstes sind wir zur Muthesius Kunsthochschule gefahren. Das war nicht so einfach, weil wir zufällig in die Demo für einen Streik geraten sind. Wir steckten im Auto fest, hatten aber einen super Blick auf die vielen Demonstranten. Als wir angekommen sind, hat der Präsident erstmal eine kleine Rede gehalten: „Ohne Freiheit keine Kunst“. Die Kunsthochschule ist “frisch bezogen“ und keine Massenschule. Sie hat 468 Studienplätze. Wie viele andere Schulen will sie mehr Geld. Ansonsten wünschen sie sich, dass mehr Musik und Kunst unterrichtet wird. Nach der Hochschule können viele nicht von der Kunst leben. Das soll sich ändern, sagt der Präsident.

Die letzte Station war die Christian-Albrechts-Universität, eine richtig große Uni! Besonders toll war, dass wir alle auf der Dachterasse des Uni-Hochhauses standen. Da konnte man über die ganze Stadt sehen. Am Ende gab es noch eine Ausschusssitzung in den Uni-Räumen, mit ziemlich vielen Themen, über die ziemlich schnell gesprochen wurde.

Als Abgeordneter muss man viel sitzen und zuhören. Überall gab es Kekse! Man muss aufpassen, dass man nicht zu viel davon isst, wenn man so viel in Sitzung sein muss.

Für Emma, wär es ein spannender Tag, weil es um Politik ging und so viel besprochen wird. Hannah fand den Tag nicht ganz so interessant, für sie wär das nichts!

Jugend ohne Grenzen

Im vergangenen Jahr hatte ich bei einem Besuch einer Berufsschulklasse Farshid Herati kennengelernt, einen jungen, klugen und tatkräftigen Mann, der eine lange Fluchtgeschichte hinter sich hat und nun in Kiel seinen Realschulabschluss erreichen will. Farshid hatte mich auch als Praktikant im letzten Sommer begleitet und als er mich nun zu einem Gespräch mit Jugend ohne Grenzen http://www.jog-sh.de einlud, habe ich gern angenommen.

Zusammen mit Nina Schneider, der Mitarbeiterin der Grünen Fraktion für (u.a.) die Themen Migration- und Flüchtlingspolitik, diskutierte ich mit Jugendlichen aus Schleswig-Holstein über die Situation junger Flüchtlinge. Insbesondere die Unterbringung im ländlichen Bereich mache es sehr schwer, Zugang zu Bildung oder auch nur zu Sprachkursen zu bekommen. Eindrücklich erzählten die Jugendlichen, wie schwer die ersten Monate für viele waren: „Ich wohnte faktisch im Wald, sprach kein Deutsch und wusste nicht was werden soll. Ich bin dann – obwohl ich meine Landkreis eigentlich nicht verlassen durfte – nach Neumünster gefahren. Da gab es jemanden, von dem ich hoffte, er könne mir helfen.“ „Die ersten drei Monate habe ich eigentlich mit niemandem ein Wort gewechselt. Ich verstand die Sprache nicht, die Busse fuhren so selten,  so dass der Sprachkurs für mich unerreichbar war.“

Als ich am Abend meinem achtjährigen Sohn davon erzählte, wie die jungen Menschen ohne Familie, ohne diese Sprache zu kenne, ohne zu wissen was wird, auch noch wochen- oder monatelang niemanden hätten, mit dem Sie reden könnten, kommentierte er ernsthaft: „Davon wird man verrückt.“ Wie zufällig es ist, ob man Zugang zu Bildung hat, macht die Bildungslotterie von Jugend ohne Grenzen deutlich: Sowohl Nina Schneider als auch ich haben eine Niete gezogen. Die Aktion bestärkt mich, weiter mit dem Flüchtlingsbeauftragten Stefan Schmidt an einer Verbesserung der Bildungsmöglichkeiten für junge Flüchtlinge zu arbeiten. Der Runde Tisch, zu dem wir gemeinsam eingeladen haben, hat im letzten Herbst die Arbeit aufgenommen – so schnell werden wir nicht fertig werden.

Seiten:«1234567»