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Hans-Christian-Andersen-Schule Kiel-Gaarden

Wie im Auge des Orkans sitze ich mit dem Schulleiter der Hans-Christian-Andersen-Schule, Herrn Breyer, ins Gespräch versunken. Eine gebundene Ganztagsgrundschule in Kiel-Gaarden, eine Grundschule, die während eines umfassenden Schul Um- und Neubaus zwischenzeitlich in einer anderen Schule zur „Zwischenmiete“ untergebracht ist. An diesem Schulstandort geht es rund – und Herr Breyer hat die Ruhe weg, ein Pragmatiker, mit beiden Beinen fest auf dem Boden und einer Haltung: Probleme sind da, um Sie zu lösen – mich kann das nicht schrecken.

Die Grundschule mit der Schlechteste Zahngesundheit landesweit – dann drängt er darauf, dass Zähneputzen eben zum Schulalltag gehört und die Stadt eine entsprechende Zahnputzzeile einbaut. Geringe Präsenz bei Elternabenden – dann wird eben bei der Einschulung ein gegenseitiges Abkommen zwischen Schulleitung und Eltern geschlossen. Wird zu Hause nicht gekocht, dann werden Kochkurse für Eltern angeboten. Eine Schule vernetzt im Stadtteil – und ein Schulleiter, der mit seinem Team die Sachen einfach selber in die Hand nimmt. Ich bleibe viel länger als geplant.

Philosophieren mit Kindern

Dieter: „Dieser Koffer ist voller Schokolade!“ , Karl: „Glaub ich nicht!“

Auf Einladung von Dr. Dieter Sinhart-Pallin war ich am 30.01. in der Ev. Kita am Wohld in Kiel-Hasseldieksdamm. Immer donnerstags wird dort philosophiert. In der Mitte der kleinen Runde aus fünf- und sechsjährigen Kindern steht ein Koffer. Diesmal soll es um die Lüge gehen. Kein einfaches Thema.

Der Koffer ist natürlich NICHT voller Schokolade, auch wenn die Kinder fünf Minuten lang noch Hoffnung hegen und jeden Winkel dreimal durchsuchen. Schnell ist man bei der Frage, ob man Lügen dürfe: „Nein, dann kriegt man Ärger!“ Dieter: „Bekomme ich denn jetzt Ärger mit Euch, weil ich gelogen habe?“ Lotta: „Nein, Du bist ein Erwachsener, die bekommen keinen Ärger!“

Lügen – nein, das würde ihnen nicht mehr passieren. „Als ich noch klein war, als Baby. Da habe ich sehr viel gelogen. Aber jetzt, nein! Nie mehr.“ „Meine Mama hat schon mal gelogen. Aber bei Erwachsenen passiert nichts.“

Und so gibt es eine halbe Stunde lang interessante Ein- und Ansichten zum Thema Lüge, über das Dilemma zwischen Lüge und Petzen… und ich bin beeindruckt von dieser kleinen, tiefgründigen Runde.

Am Ende ist der Koffer wieder geschlossen… bis es am nächsten Donnerstag weiter geht mit dem „Philosophieren mit Kindern“. Und bei mir die Frage, wie man dieses Konzept in die Breite tragen kann.

Spontan bekomme ich noch eine tolle Kita-Führung von der Leiterin Frau Heidemann durch diese lebendige Kita auf der Grenze zwischen Kiel-Mettenhof und Kiel-Hasseldieksdamm, in der Wertevermittlung  und Sprachbildung ganz groß geschrieben werden.

Inklusion in der Schule am Heidenberger Teich

Gleich zu Schuljahresbeginn erreichte mich ein Brief der Elternvertreterin Frau Stark: Die Bedingungen für Inklusion wären deutlich schlechter geworden. Ich wurde hellhörig, nicht nur, weil mich das Thema Inklusion besonders umtreibt, sondern auch, weil ich der Grundschule am Heidenberger Teich besonders verbunden bin. Zum dritten Mal war ich in dieser Schule, diesmal gemeinsam mit dem Staatsekretär aus dem Bildungsministerium, Dirk Loßack. Nach einer kurzen Hospitation saßen wir mit einem großen Team beisammen, denn an dieser Schule ist man vernetzt und arbeitet multiprofessionell.

Es war beeindruckend, wie dieses Team um die Schulleiterin Frau Schmidt-Hansen, das so engagiert und leidenschaftlich gute Schule für viele Kinder mit schlechten Startbedingungen macht, aus dem Schulalltag berichtete. In den letzten Jahren haben sich die Bedingungen verschlechtert, das wurde uns eindrücklich klar gemacht. Hatte diese Schule in den letzten Jahren eine bessere Ausstattung als andere Schulen bekommen, sind die Mittel mittlerweile gleich verteilt. Ungleiches ungleich zu behandeln, scheint mir sinnvoll zu sein. Wie man diesen Punkt systematisch verankern kann, wird eine Aufgabe. Auf dem Weg zur inklusiven Schule brauchen die Schulen mehr Unterstützung. Ein dickes Brett, viele Fragezeichen und doch zeitlicher Druck!

Wenn das Kollegium dieser Schule so stark belastet, so ernüchtert und teilweise verzweifelt ist, dann ist das ein beunruhigender Indikator.

Schule am Sonderburger Platz – Kiel Wik

Wer die Grundschule am Sonderburger Platz im Kieler Norden besucht, vermutet hinter der schönen und geschlossenen Fassade eine kleine Grundschule. Wer durch die große Schultür geht, steht – in einem Zwischenraum zwischen drinnen und draußen: Überdacht und doch offen führt der Raum direkt auf den schön gestalteten Schulhof. Wie eine Wunderkiste verbirgt sich auch eine Turnhalle, die Betreute Grundschule… und die inzwischen dreizügige Schule hinter diesem kompakten Bau. Wie eine Wunderkiste gibt es viel mehr Raum als von außen vermutet.
In der Grundschule am Sonderburger Platz herrscht bei dem Besuch von Lydia Rudow und Andrea Hake aus der Kieler Ratsfraktion und Jürgen Engel, dem Wiker Ortsbeiratsvorsitzenden, Unsicherheit. Im Stadtteil gibt es zwei Grundschulstandorte – der eine ist frisch renoviert, ohne Zulauf, der andere ist dieser in die Jahre gekommene  Schulbau, mit steigenden Schülerzahlen. Hier kann man die Auswirkungen des Elternwahlrechtes bei der Grundschule erkennen. Beide Schulen waren zweizügig gestartet, die ein hat nun drei (große) Klassen pro Jahrgang, die andere bekommt mit Mühe und Not eine Lerngruppe zusammen.

Nun bestand die Frage, ob die erfolgreiche Schule am Sonderburger Platz in die renovierten Räume umziehen soll. Die Elternvertreterin, Frau Fiedler und die Schulleiterin, Frau Rebmann, sind dagegen. Man fühlt sich heimisch am Sonderburger Platz.

Für uns ist klar: Der Standort muss erhalten bleiben. Der Nachbarstandort hat Potenzial für einen weiteren Grundschulstandort – und vor allem auch für eine Gemeinschaftsschule. Auch die Sekundarstufe I schwächelt am Wiker Standort. Die Schulentwicklungsplanung der Stadt, darum wird sich die Grüne Ratsfraktion nun kümmern, wird  beide Standorte sichern. Ein ganz konkretes Ergebnis dieses Schulbesuchs.

Bundesweiter Vorlesetag

Am 15.11.2013 fand wieder der bundesweite Vorlesetag statt. Zusammen mit der Vorsitzenden der grünen Kieler Ratsfraktion, Lydia Rudow, und ein paar Bilderbüchern unter dem Arm machte ich mich auf den Weg zum AWO-Kinderhaus Hasseer Straße. Vier Jahre war ich fast täglich daran vorbeigefahren, jetzt wollte ich es von innen sehen.

Von der Straße aus betrachtet ahnt man nicht, was sich hinter der bunten Holzfassade verbirgt. Die Leiterin, Frau Happe, führte uns in einen riesigen Begegnungsraum, der das Herzstück der Kita ist. Hier findet jeden morgen ein Plenum statt, denn Partizipation wird hier groß geschrieben.

Eine Weltkarte zeigt, woher all die Kinder – oder deren Eltern –  dieser Kita kommen. Aus den verschiedensten Kontinenten der Welt findet sich hier eine bunte Kinderschar in Kiel-Hassee. Wie in vielen anderen Kitas sind auch hier Krippengruppen entstanden.

Am Ende des ausgiebigen Besuches stand nach der beeindruckenden Führung durch die vielen Räume der Kita und einem anregendem Gespräch mit Frau Happe die Lesestunde auf dem Programm. Dann kam auch „Leon Pirat“ wieder zum Zuge, eines meiner Lieblingsbilderbücher, das einen lehrt, dass der wichtigste Mensch auf einem Boot nicht Käpt`n ist, sondern in der Kombüse steht.

Lilli-Nielsen-Schule

Auf dem Grundstück der Gorch-Fock-Schule – einer Grundschule – hat auch die Lillie-Nielsen Schule einen Standort, das Förderzentrum körperliche und motorische sowie geistige Entwicklung. Seit langem besteht eine enge Kooperation zwischen Grundschule und Förderzentrum.

Welche Rahmenbedingungen, welche Chancen, welche Grenzen bestehen für inklusiven, für integrativen Unterricht? Natürlich gibt es ein Gespräch mit Herrn Dr. Kolshorn und Herrn Schladetsky aus der Schulleitung. Aber vor allem nehme ich einen Perspektivwechsel vor. Ich begleite einen Jungen der Schule und werde in den kommenden Monaten immer mal wieder im Unterricht dabei sein, um mir ein Bild zu machen. Am ersten Tag war es für mich sehr, sehr interessant, nach Angaben des Klassenlehrers aber extrem weit von der Wirklichkeit entfernt – mal sehen, ob meine Anwesenheit bei den nächsten Besuchen gewöhnlicher wird.

Aug 2, 2013 - In Kiel unterwegs    Kein Kommentar

Netzwerk gegen Kinderarmut

In der letzten Juliwoche habe ich mit Lydia Rudow, der Fraktionsvorsitzenden der Kieler Grünen, drei Infobesuche bei drei Säulen des Kieler Netzwerks gegen Kinderarmut gemacht.

Der Kinderschutzbund hat gerade seine tolles niegelnagelneues Haus am Kieler Rondeel bezogen. Die Bauphase habe ich vom Rad aus  neugierig verfolgt. Der Geschäftsführer, Manuel Florian, nahm sich Zeit um viel aus der täglichen Arbeit zu schildern: Notfalltelefon, Beratung von ErzieherInnen und LehreInnen,  Begleitung von jungen Familien und auch Therapieangebote unter einem Dach! Im Erdgeschoss hat der „Blaue Elefant“ seine Räume, in denen Kinder nach der Schule ein warmes Mittagessen bekommen, ihre Hausaufgaben machen, spielen oder sich in die Bücher der Leseecke vertiefen können. Bei der freundlichen Atmosphäre ist klar, warum mittlerweile schon die Kinder einiger ehemaliger Kinder hier nachmittags vorbei kommen.

Im AWO-Kinderhaus am Sibeliusweg in Mettenhof, einem wichtigen Akteur im Netzwerk, wird mit der nahe gelegenen Grundschule beim Schulkinder-Projekt eng zusammen gearbeitet und Sprachförderung ist einer der Schwerpunkte der Kita. Toll ist, dass die sogenannten „Mobilen Kulturmittlerinnen“ Familien, die sich im Stadtteil noch nicht so gut zurecht finden, Hilfe in vielen Sprachen anbieten. Eine Idee, die die engagierte Leiterin, Frau Naumann, aus Berlin mitgebracht hatte. Besonders ist ein Nachmittagsangebot für Grundschulkinder, die in ihren Familien oft sehr früh zu viel Verantwortung übernehmen müssen, z.B. aufgrund der Suchterkrankung ihrer Eltern. Im Sibeliusweg gibt es für diese Kinder Zeit, richtig Kind zu sein.

Das Netzwerk gegen Kinderarmut hat viele Knotenpunkte in der Stadt, aber die „Spinne“ im Netz ist Frau Schreitmüller. Gemeinsam mit ihr und den MitstreiterInnen  Frau Koch (Caritas), Frau Stöcken (AWO) und dem DRK-Geschäftsführer Herrn Hoffmeister hatten wir Zeit, grundsätzlich zu diskutierten, welche Gründe es für Kinderarmut und wie viele Ausprägungen es gibt, wohin die Kieler Stadtteile steuern und welche Unterstützung von der Politik kommen muss.

Sie und Ihr könnt selber helfen, in dem ihr Altkleidercontainer des Netzwerkes „füttert“. Der Erlös trägt die Arbeit des Netzwerkes.

Kinderarmut – ein ernstes Thema, das viel mehr Kinder in Deutschland betrifft, als oft angenommen wird. Aber das Engagement in den Kieler Einrichtungen macht Mut! Für mich ist klar: Bildungs- und Sozialpolitik müssen hier noch viel enger zusammenrücken.

Mrz 22, 2013 - In Kiel unterwegs    Kein Kommentar

Mit dem Bundespräsidenten zu Besuch am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Großer Bahnhof im GEOMAR: Was zeigt man von Kiel besonders gern? Der Besuch des Bundespräsidenten im März musste natürlich ins Institut für Meeresforschung führen: Meer, Klima und Spitzenforschung. Und als Kieler Abgeordnete konnte ich im Schlepptau von Bundespräsident und Ministerpräsident einen beeindruckenden Überblick über die Forschungsschwerpunkte bekommen.

Stiftung Drachensee

Gemeinsam mit meiner Kollegin Marret Bohn habe ich Anfang 2013 die Stiftung Drachensee besucht. Die Stiftung stellte sich zu Beginn vor und der Werkstattrat und der Angehörigenbeirat informierten uns über ihre Arbeit und Zielsetzungen. Wir nahmen die Sorge über die Veränderungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch den neuen Landesrahmenvertrag mit, die der Werkstattsratsvorsitzende Friedrich Rabe äußerte. Ein Rundgang durch zwei Betriebe der Werkstatt im Ursula-Groth-Haus und im Haus Schönow, die Information über besondere Projekte der Stiftung sowie Gespräche beim gemeinsamen Mittagessen rundeten den knapp dreistündigen Besuch ab.

Besuch der Matthias-Claudius-Schule in Kiel-Elmschenhagen

Bei einem Besuch in der Matthias-Claudius-Schule in Kiel-Elmschenhagen stand die Frage im Vordergrund, wie Lernen von Kindern mit und ohne Handicap gelingen kann. Erst 2006 wurden aus Grundschule und einem Förderzentrum  eine gemeinsame Schule. Zirkusprojekt, eine Insel und ein Sinti-Projekt zeichnen diese Schule aus.

Mit den Eltern waren auch eine geplante Änderung im Gespräch, die Schule wieder zu einer Grundschule zu machen. Das Votum war eindeutig: Dagegen.   Entscheiden wird darüber die Kieler Ratsversammlung. Insgesamt habe ich wieder viel mitgenommen.

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