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Eine Klasse für Flüchtlinge

Die SchlaU-Schule in München ermöglicht jungen Flüchlingen den Schulbesuch und gibt ihnen damit eine Chance für eine Zukunft in Deutschland. Ein tolles Projekt!
Auch in Kiel haben engagierte Lehrerinnen und Lehrer des RBZ Wirtschaft eine Klasse für Flüchtlinge eingerichtet, um ihnen den Erwerb eines Schulabschlusses zu ermöglichen. Mit Schulleiter Wulf Wersig bin ich nach Pries gefahren, um mir die Arbeit mit dieser besonderen Klasse anzuschauen.

Die Einrichtung der Klasse ist nur durch das außerordentliche Engagement der Lehrkräfte möglich, die mit Herzblut dafür kämpfen, dass ihre SchülerInnen eine Perspektive in Deutschland erhalten.
Die Schülerinnen und Schüler der „Flüchtlingsklasse“ haben mir erzählt, wie sie nach Deutschland gekommen sind und was sie sich von dieser Schule erhoffen. Es war beeindruckend zu sehen, wie stark alle dafür kämpfen, einen Schulabschluss und damit eine Perspektive in Deutschland zu erhalten und wie dankbar sie für die Möglichkeit sind, die ihnen das RBZ bietet.

Traurig ist, dass viele der SchülerInnen keinen gesicherten Aufenthaltsstatus haben und trotz exzellenter Schulnoten keine Gewissheit haben, ob sie in Deutschland bleiben können. Angesichts eines Fachkräftemangels ist diese Situation absurd – und hat mir mal wieder deutlich vor Augen geführt, wofür es sich lohnt, Grüne Politik zu machen!

 

Und weil dieses Thema so wichtig ist, habe ich die Klasse im Juni nochmal besucht, diesmal in Begleitung vom Staatssekräter Dirk Loßack und Ulrich Krause von der Schulaufsicht.

Hier der Bericht dazu aus dem „Ravensberger“:

 

Dez 17, 2012 - In Kiel unterwegs    Kein Kommentar

Flohmarktstand zu Gunsten des Mädchenhauses Lotta

Im September 2010 habe ich meinen Dachboden geplündert und zusammen mit Angelika Oschmann Kistenweise Kleinkindersachen auf dem Flohmarkt verkauft. Zugunsten von Lotta, dem Kieler Mädchenhaus. Das Team brauchte unbedingt einen neuen Bulli. In den Räumen von Lotta haben wir dann den Scheck vorbei gebracht  und Michaela Peschel hat uns die verschiedenen Facetten der Arbeit und die Rahmenbedingungen in Sparzeiten geschildert. Lotta macht Mädchen den Rücken stark!

 

Dez 17, 2012 - In Kiel unterwegs    Kein Kommentar

Ein Tag hinter den Kulissen des Schauspielhauses

Ein Tag hinter den Kulissen des Schauspielhauses mit dem Chefdramaturg Marcus Grube im Oktober 2010 – auch hier ist die Spardebatte allgegenwärtig.  Hatte nie bemerkt, dass da, wo in anderen Theatern die Kulissen lagern ist in Kiel schon fast der Knooper Weg – Dauerimprovisation. Umbesetzungprobe zu Liliom gesehen, viel erklärt bekommen – und am Abend dann die „Einsatzspuren“ im Studio gesehen. Verpasst? Unbedingt hier anschauen!

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Copyright Fotos Olaf Struck

Dez 17, 2012 - In Kiel unterwegs    Kein Kommentar

KiTa-Mosaik in Kiel Gaarden

Vom Kieler Modell weiß man in Kiel wenig… bezieht sich aber auf diese Kieler-Kita: Viele Kinder mit Migrationshintergrund, viele Fachkräfte mit Migrationshintergrund, ein Ort, an dem auch Eltern sehr willkommen sind. Hier legt man wert darauf, dass die Kinder reden, deutsch oder in ihrer eigenen Muttersprache. Sprechen erwünscht! Sprachen erwünscht! Dies Modellprojekt läuft schon so lange, dass die ersten Kinder inzwischen in der fünften Klasse sind – mit hervorragenden Ergebnissen. Ein echter Mutmachbesuch!

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Dez 17, 2012 - In Kiel unterwegs    Kein Kommentar

Krusenkoppel

Besonders stolz bin ich als Kielerin auf die Krusenkoppel bei der Kieler Woche. Da plant eine Stadt ein Kinderparadies und was kommt raus?

Nicht auswaschbare Farbe und grobes Holz, Sägen, Nägel und Hämmer, ein unwegbares Gelände, ein Schlammbad mit kalter Dusche und noch ganz viel Kinderherrlichkeit. Eigentlich komplett unwahrscheinlich, dass eine Stadtverwaltung so was genehmigt. In Kiel ist sie sogar Motor! Ganz große klasse!

 

 

 

 

Dez 17, 2012 - In Kiel unterwegs    Kein Kommentar

Gemeinschaftsschule am Brook Gaarden

Diese ehemalige  Realschule hatte als eine der ersten entschieden: Wir wollen Gemeinschaftsschule werden. In meiner Zeit als Kieler Ratsfrau war habe ich die Entscheidung und Umbenennung der Schule begleitet. Nun war es endlich mal Zeit, mir vor Ort ein Bild zu machen! Einen Vormittag lang hat sich das Team um Frau Dr. Eckert Zeit genommen, mir die Schule und den Unterricht zu zeigen. Die Energie, mit der das Kollegium losgelegt hat, sind überall zu spüren. Nicht zuletzt im Lehrerzimmer, sozusagen die Klimaanlage einer jeden Schule: Ein langer gemeinsamer Tisch schlängelt sich durch den Raum, in einer Sofaecke bereiten drei Kolleginnen gemeinsam und konzentriert Unterricht vor. Und ein Satz wird mich den ganzen morgen begleiten: „Das ist doch kein Problem, da finden wir eine Lösung“ . Das sagt die Sekretärin am Telefon einer Mutter, der Hausmeister zu Schulleiterin, als die Mensamöbel (ich weiß nicht wie viele Kubikmeter) Monate zu früh geliefert werden, eine Lehrerin zur Kollegin, als es um eine Vertretung ging. Das scheint der Geist dieser freundlichen Schule zu sein.

Dez 17, 2012 - In Kiel unterwegs    Kein Kommentar

Lernwerft in Freidrichsort

Ganz neue Wege geht die Lernwerft in Kiel Friedrichsort. Unvergesslich ist das Referat zweier zehnjähriger Jungs über die Thermische Längenausdehnung. Vortrag, Experiment – so präzise und kompakt! Schüler als zweite Pädagogen! Und danach konnte ich erleben, wie Feedbackkultur jenseits von Schulnoten aussieht – treffende Selbsteinschätzung der beiden Jungs, differenzierte Rückmeldung aus der Klasse und das Feedback des Lehrers.

Am Ende wird verzichtet, eine Note zu geben. Und so bleibt das vielfältige Feedback am Ende stehen und wird nicht von einer Ziffer am Ende übertüncht. Von mir selber weiß ich: Differenzierte Rückmeldung wirkt bei mir viel besser als wenn am Ende eine Kategorie steht…

Dez 17, 2012 - In Kiel unterwegs    Kein Kommentar

Beuys goes Kinderkrippe

Einen Vormittag in der Kita Einstein und dem Krippenhaus in Neumeimersdorf verbracht. Viele Neuankömmlinge zum nächsten Kindergartenjahr, darum war alles etwas ruhiger. Und weil der Stadtteil so wächst, baut der Träger Pädiko gleich noch weiter. Die Räumlichkeiten sind der Hammer! Das Krippenhaus ist auch im Architekturführer zu finden. Mir sind die Augen übergegangen. Der Raum als dritter Pädagoge – besser kann man das nicht umsetzen. Kunst und Ästhetik werden groß geschrieben.

So beschäftigen sich schon unter dreijährige Stepkes mit Beuys und arbeiten. Säge und Werkbank sind in der Kita Einstein ganz normal, zwei Atelierräume bieten Anregungen und die Ergebnisse sind überall zu bestaunen.

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Dez 14, 2012 - In Kiel unterwegs    Kein Kommentar

Kieler Tafel

Zwei Tage bei der Kieler Tafel hinter die Kulissen geschaut. Ein Geäst an Adern, das sich durch ganz Kiel zieht: 190 Ehrenamtliche halten die Tafel lebendig. So holten Lieferwagen 2010, neben all den anderen Lebensmitteln, rund 100.000 kg  Brot und Kuchen vom Vortag aus Geschäften in ganz Kiel und bringen es in die sieben Ausgabestellen von Friedrichsort bis Elmschenhagen.

Ich selber habe einen Vormittag in der Gaardener Sozialkirche Obst und massenhaft Zucchini und Bananen ausgegeben. Barbara Kotte aus dem Tafel-Vorstand hat danach alle meine Fragen beantwortet. Am nächsten Tag bin ich mit Petra und Werner verschiedene Bäckerein und Supermärkte abgefahren, um Ware abzuholen – man weiß nie, was und wie viel an einem Tag zusammen kommt.  Anschließend habe ich noch im Lager das Obst und Gemüse durchgeschaut und (aus)sortiert und die Kisten für den nächsten Tag zusammengestellt. Die zwei Tage waren also sehr zwiespältig: Ich habe massenhaft genießbare Nahrungsmittel gesehen, die in unserer Wohlstandsgesellschaft ohne die Tafel auf dem Müll landen würden. Ich habe viele  Menschen gesehen, die auf die Tafel angewiesen sind, weil sie in unserer reichen Gesellschaft ihr Auskommen nicht finden. Und ich bin  vielen ehrenamtliche Helferinnen und Helfern begegnet, die mit großer Energie, einer unglaublichen Coolness und ohne eine müde Mark für Ihre Arbeit diesen wirklich großen Betrieb stemmen. Sie bringen Überfluss und Armut jedenfalls an diesem einen Punkt zueinander, Licht und Schatten also. Fazit: Wenn es die Kieler Tafel nicht gäbe – sie müsste erfunden werden!

 

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