Dez 14, 2012 - In Kiel unterwegs    Kein Kommentar

Kieler Tafel

Zwei Tage bei der Kieler Tafel hinter die Kulissen geschaut. Ein Geäst an Adern, das sich durch ganz Kiel zieht: 190 Ehrenamtliche halten die Tafel lebendig. So holten Lieferwagen 2010, neben all den anderen Lebensmitteln, rund 100.000 kg  Brot und Kuchen vom Vortag aus Geschäften in ganz Kiel und bringen es in die sieben Ausgabestellen von Friedrichsort bis Elmschenhagen.

Ich selber habe einen Vormittag in der Gaardener Sozialkirche Obst und massenhaft Zucchini und Bananen ausgegeben. Barbara Kotte aus dem Tafel-Vorstand hat danach alle meine Fragen beantwortet. Am nächsten Tag bin ich mit Petra und Werner verschiedene Bäckerein und Supermärkte abgefahren, um Ware abzuholen – man weiß nie, was und wie viel an einem Tag zusammen kommt.  Anschließend habe ich noch im Lager das Obst und Gemüse durchgeschaut und (aus)sortiert und die Kisten für den nächsten Tag zusammengestellt. Die zwei Tage waren also sehr zwiespältig: Ich habe massenhaft genießbare Nahrungsmittel gesehen, die in unserer Wohlstandsgesellschaft ohne die Tafel auf dem Müll landen würden. Ich habe viele  Menschen gesehen, die auf die Tafel angewiesen sind, weil sie in unserer reichen Gesellschaft ihr Auskommen nicht finden. Und ich bin  vielen ehrenamtliche Helferinnen und Helfern begegnet, die mit großer Energie, einer unglaublichen Coolness und ohne eine müde Mark für Ihre Arbeit diesen wirklich großen Betrieb stemmen. Sie bringen Überfluss und Armut jedenfalls an diesem einen Punkt zueinander, Licht und Schatten also. Fazit: Wenn es die Kieler Tafel nicht gäbe – sie müsste erfunden werden!

 

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