Aug 2, 2013 - In Kiel unterwegs    Kein Kommentar

Netzwerk gegen Kinderarmut

In der letzten Juliwoche habe ich mit Lydia Rudow, der Fraktionsvorsitzenden der Kieler Grünen, drei Infobesuche bei drei Säulen des Kieler Netzwerks gegen Kinderarmut gemacht.

Der Kinderschutzbund hat gerade seine tolles niegelnagelneues Haus am Kieler Rondeel bezogen. Die Bauphase habe ich vom Rad aus  neugierig verfolgt. Der Geschäftsführer, Manuel Florian, nahm sich Zeit um viel aus der täglichen Arbeit zu schildern: Notfalltelefon, Beratung von ErzieherInnen und LehreInnen,  Begleitung von jungen Familien und auch Therapieangebote unter einem Dach! Im Erdgeschoss hat der „Blaue Elefant“ seine Räume, in denen Kinder nach der Schule ein warmes Mittagessen bekommen, ihre Hausaufgaben machen, spielen oder sich in die Bücher der Leseecke vertiefen können. Bei der freundlichen Atmosphäre ist klar, warum mittlerweile schon die Kinder einiger ehemaliger Kinder hier nachmittags vorbei kommen.

Im AWO-Kinderhaus am Sibeliusweg in Mettenhof, einem wichtigen Akteur im Netzwerk, wird mit der nahe gelegenen Grundschule beim Schulkinder-Projekt eng zusammen gearbeitet und Sprachförderung ist einer der Schwerpunkte der Kita. Toll ist, dass die sogenannten „Mobilen Kulturmittlerinnen“ Familien, die sich im Stadtteil noch nicht so gut zurecht finden, Hilfe in vielen Sprachen anbieten. Eine Idee, die die engagierte Leiterin, Frau Naumann, aus Berlin mitgebracht hatte. Besonders ist ein Nachmittagsangebot für Grundschulkinder, die in ihren Familien oft sehr früh zu viel Verantwortung übernehmen müssen, z.B. aufgrund der Suchterkrankung ihrer Eltern. Im Sibeliusweg gibt es für diese Kinder Zeit, richtig Kind zu sein.

Das Netzwerk gegen Kinderarmut hat viele Knotenpunkte in der Stadt, aber die „Spinne“ im Netz ist Frau Schreitmüller. Gemeinsam mit ihr und den MitstreiterInnen  Frau Koch (Caritas), Frau Stöcken (AWO) und dem DRK-Geschäftsführer Herrn Hoffmeister hatten wir Zeit, grundsätzlich zu diskutierten, welche Gründe es für Kinderarmut und wie viele Ausprägungen es gibt, wohin die Kieler Stadtteile steuern und welche Unterstützung von der Politik kommen muss.

Sie und Ihr könnt selber helfen, in dem ihr Altkleidercontainer des Netzwerkes „füttert“. Der Erlös trägt die Arbeit des Netzwerkes.

Kinderarmut – ein ernstes Thema, das viel mehr Kinder in Deutschland betrifft, als oft angenommen wird. Aber das Engagement in den Kieler Einrichtungen macht Mut! Für mich ist klar: Bildungs- und Sozialpolitik müssen hier noch viel enger zusammenrücken.

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