„Ausschwärmtag“ Verkehr

Unter dem Motto „Ausschwärmtag Verkehr“ haben meine KollegInnen aus der Landtagsfraktion und ich uns im ganzen Land über Verkehrsprojekte informiert. Während andere auf Großbaustellen waren, habe ich mich in Kiel über zwei Projekte informiert, die gut zum Thema grüne Mobilität passen.

Wie kann man die Fahrradinfrastruktur auf dem Universitätscampus verbessern?

Wie kann man die Fahrradinfrastruktur auf dem Universitätscampus verbessern?

Morgens habe ich zunächst zusammen mit Lutz Oschmann und Lydia Rudow von der Kieler Ratsfraktion das Umweltmanagement der CAU besucht. Sebastian Starzynski erklärte uns, was hinter dem Mobilitätskonzept der Uni steckt, das gerade erarbeitet wird. Es ist Teil der Initiative „klik“ für eine klimaneutrale Universität. Ziel ist es, den Autoverkehr zur Uni und auf dem Campus zu reduzieren und stattdessen die Fahrradinfrastruktur auszubauen und den ÖPNV attraktiver zu gestalten. Die Veloroute 10, die momentan von der Stadt parallel zum Westring auf einer alten Gleistrasse hin zur Uni gebaut wird, ist ein wichtiger Baustein. Sie soll von der Uni auf dem Campusgelände fortgeführt werden. Die anonymisierte Wohnortanalyse von Studierenden und Beschäftigten bestätigt, dass die Veloroute zukünftig von vielen genutzt werden wird. Außerdem soll die Analyse helfen, die Buslinien passgenauer zu organisieren. So ergab eine Umfrage, dass mehr Studis im Winter ihr Fahrrad stehen lassen und den Bus nutzen. Das Ergebnis ist wenig überraschend, doch nun hat die Uni es schwarz auf weiß und kann mit diesen Zahlen mit der KVG in konkrete Verhandlungen treten. Und Lutz Oschmann nimmt diesen Hinweis mit in den KVG Aufsichtsrat. Ein weiterer Baustein ist der Aufbau eines Leihfahrradsystems. Das Projekt“CampusRad“ startet am 2. März mit zunächst 50 Fahrrädern – dann muss sich zeigen, ob das Angebot auch angenommen wird.In der Werkstatt von myBoo

Im Anschluss haben wir das StartUp „myBoo“ besucht, das diese Woche seinen ersten Laden in der Wik eröffent hat. Drei Kieler Studenten hatten die Idee, Fahrräder aus Bambus zu bauen. Nicht nur die Optik stimmt: Da für den Fahrradrahmen ein nachwachsender Rohstoff statt des sonst üblichen Aluminiums verwendet wird, leisten die Fahrräder auch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Von Anfang an stand zudem auch ein sozialer Aspekt im Mittelpunkt: Die Verbundstücke für den Rahmen werden in einer Behindertenwerkstatt in Schleswig-Holstein produziert und dann nach Ghana transportiert, wo die Rahmen aus Bambus gefertigt werden. Den Studenten war es wichtig, dass auch in Ghana unter fairen Bedingungen gearbeitet wird und beispielsweise alle Mitarbeiter krankenversichert sind. In Zusammenarbeit mit dem „Yonso Projekt“ wird mit jedem verkauften Bambusfahrrad außerdem ein Schulstipendium in Ghana finanziert. Wir wünschen dem Team von myBoo viel Erfolg auf dem weiteren Weg!

Die Bambusfahrräder von myBoo

So sehen die Bambusfahrräder von myBoo aus.

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